Musik - 26.12.12 -

Die Musik-Highlights 2012

Beste Alben, bestes Label, beste Newcomer

Selten ist es dem Ohrtrommler so schwer gefallen wie in diesem reifen, an Musikperlen überaus reichen Jahr 2012, seine Favoriten aufzulisten. War es 2011 noch ein überragender Solitär, den es mit PJ Harveys “Let England Shake” über den grünen Klee zu loben gab, ist es ein Jahr später eine ganze Reihe von formidablen Werken, die allesamt den Thron des besten Albums für sich beanspruchen dürften.

So gibt es nach langem Hin und Her überlegen zwar ein persönliches Album des Jahres zu vermelden, die Liste dahinter ist aber nicht als Nummer Zwei, Drei etc. zu lesen, sondern als Eins B, Eins C usw. Denn je nach Stimmung und Tagesform drängt ein Album aus dem Unterbewusstsein mal wieder als absoluter Liebling nach vorn und gibt dann schon wenige Gemütslagen später den Staffelstab ans nächste Herzgewächs ab. Allein, was die großen alten Meister anno 2012 abgeliefert haben, würde einen eigenen Poll rechtfertigen. Ob Bob Dylan, Leonard Cohen, Neil Young, Mark Knopfler oder Dr. John, die Riege der elder Songwriter statesmen wusste fast ausnahmslos zu begeistern.

Nicht weniger beeindruckend die Neuentdeckungen, unter denen sich Andrea Schroeder mit ihrem fabelhaften Debüt “Blackbird” ganz nach oben katapultierte und in die Herzen der Musikfans sowie kreuz und quer durch Lobeshymnen der Presse sang. Aus dem Bereich der Independent und Alternative Szene platzierten Mark Lanegan, Wovenhand, Tindersticks, Menomena, Ramona Falls, Tu Fawning und Shearwater exquisites Klangwerk. Und schließlich gab es neben den schweren, aber faszinierenden Avantgardebrocken von Swans und Scott Walker noch echte Überraschungen wie die Rückkehr von Neneh Cherry als wilde Jazzkirsche, den gnadenlos zerschossenen Songwriter-Blues von Neuling Willis Earl Beal oder das Cover Album des Jahres von einer Lady namens Rickie Lee Jones… und und und

Aus dieser Not der Qual zur gerechten Wahl macht der Ohrtrommler in diesem Jahr einfach eine Tugend und feiert die Highlights des Jahres in mehreren kleinen Themengebieten und liefert dann schließlich noch eine lange lange Liste an Jahresempfehlungen nach, die Ihr beliebig individuell ergänzen könnt. Also denn, Start frei zum Jahresüberblick mit meinem Album des Jahres von einem Mann, der sein letztes Werk vor 41 Jahren veröffentlicht hat. Kurz Nachdenkpause und dann geht’s los!



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