Musik - 20.08.12 -

Kontrastreiche Coverversionen

(VA.) Just Tell Me That You Want Me: A Tribute To Fleetwood Mac

Mit „Just Tell Me That You Want Me: A Tribute To Fleetwood Mac“ (Concord/Universal) erscheint nach „Legacy“ (1998) bereits ein zweites Fleetwod Mac Tribute-Album.
Die über vier Dekaden andauernde Schaffensperiode der einstigen Bluesformation um Peter Green und den ewig Treuen, namensgebenden, Mick Fleetwood und John McVie,  sowie späteren Weltkarriere-Popmusiker mit Stevie Nicks, Lindsay Buckingham und Christine McVie, wirft schließlich genug Material ab.
Während „Legacy“ sich ausschließlich des Multi-Sellers „Rumours“ (1977) annahm, gibt es hier Interpretationen von Songs aus den Jahren 1969 bis 1982, wobei wie zu erwarten der Schwerpunkt bei den populäreren Veröffentlichungen aus den Jahren 1975 bis 1979 liegt.

Ebenso kontrastreich wie einst das Besetzungskarussell der Band ist auch die Reihenfolge der Songs von den Produzenten Randall Poster und Gelya Robb (bekannt durch das Buddy Holly-Remix-Tribute-Album „Rave On Buddy Holly“) angeordnet.
Da eröffnet Sonic Youth Gitarrist Lee Ranaldo den musikalischen Reigen mit ,Albatross‘, eine Version, die wir sicher bald im nächsten Tarantino Film zu hören bekommen könnten.
Antonys beinahe 1:1 Interpretation von ,Landslide‘ ist sicher schön, kommt aber am Original nicht vorbei. Trixie Whitley (Tochter von Chris Whitley) ist im blues-rockigen ,Before the beginning‘ (vom 1969er Album „Then Play On“) ebenso wohlfühlig zu Hause wie ZZ Tops Billy Gibbons mit ,Oh Well‘. Der Versuch die Stevie Nicks Ballade ,Dreams‘ auf Krawall zu ziehen gelingt The Kills leider nur ansatzweise und nutzt sich nach der Hälfte des Liedes ab. Ebenso ‘Think about me’, das die New Pornographers in amerikanischem Mainstreamrock ertränken.
Absolut großartig hingegen ,Tusk‘ des Elektro-Duos Crystal Ark, das sich nahtlos auf dem Talking Heads Album „Fear Of Music“ einfügen könnte und MGMTs dekonstruktive Aufarbeitung des eher unbekannten Titelstücks des 1971er „Future Games“ Album (geschrieben vom unlängst verstorbenen Bob Welch). Tame Impala (,That‘s all for everyone‘) und Washed Out (,Straight Back‘) sorgen für schönen Popschmelz – wohingegen Lykke Li mit ihrer Shoegazer-Version von ,Silver Springs‘ (einst die B-Seite von ,Go your own way‘) sich an den Hall- und Verzerr-Reglern tüchtig austobt.

Der Rest sind durchweg solide Interpretationen, die sich aber stilistisch meist in der Nähe der Originalfassungen aufhalten – (Marianne Faithfull ,Angel‘, Karen Elson ,Gold Dust Woman‘, Gardens & Villa ,Gypsy‘, Best Coast ,Rhiannon‘) – ausgenommen Craig Wedren (von Shudder To Think) der sich tribal-rockig über ,Sisters of the moon‘ hermacht und das country-folk anrührende ,Storms‘ mit Matt Sweeney & Bonnie ,Prince‘ Billy‘.
Die letztgenannten Titel im übrigen allesamt Stevie Nicks Kompositionen, was durchaus ihren Einfluss auf Fleetwood Mac seit 1975 bezeugt.

Alles in allem ein Tribute-Album wie eine angenehm gemischte Tüte verschiedenster Stilrichtungen mit bekannten Melodien. Then play on!

The Crystal Ark ‘Tusk’ (soundcloud via DFA-Records)

http://soundcloud.com/dfa-records/the-crystal-ark-tusk



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