Musik - 17.06.12 -

Wino, Steve von Till und Scott Kelly ehren den Songpoeten

Metal-Helden covern Townes van Zandt

Der eine oder andere Metal-Fan wird bei dieser Meldung wahrscheinlich den Kopf schütteln. Allerdings nicht aus purer Headbanging-Freude, sondern aus schierer Verwunderung. Denn wenn drei starke Kerle des Heavy Metal plötzlich auf Folk und Country-Pfaden wandeln, macht das hellhörig. Insbesondere auch die Bewunderer des großen amerikanischen Songpoeten Townes Van Zandt, denn genau dessen Werk haben sich Robert Scott “Wino” Heinrich (St. Vitus, Obsessed, Shrinebuilder), Steve von Till und Scott Kelly (beide Neurosis) angenommen und mit dem Cover-Album “Songs Of Townes Van Zandt” (VÖ: 29.06.2012) eine überraschende und würdige Hommage geschaffen.

Das Metal-Trio zollt dem 1997 im Alter von nur 52 Jahren verstorbenen Songwriter, der oft in einem Atemzug mit Bob Dylan genannt wird, einen wirklich bemerkenswerten Tribut, weil Wino, von Till und Kelly sehr nah am Original interpretieren. Nur von akustischer Gitarre begleitet drücken die Metaller mit ihren markanten Stimmen van Zandts Songperlen dennoch einen eigenen Stempel auf und erzeugen eine intensive melancholische Stimmung, die den Liedern und der dunklen Seelenlage des “Texas Troubadour” mehr als gerecht werden. Das Album ist mindestens auf Augenhöhe mit sehr guten Compilations wie “Introducing Townes Van Zandt” und “More Townes Van Zandt By The Great Unknown” sowie “There’s A Hole, In Heaven Where Some Sins Slips Through”, auf der sich die erste Reihe der Glitterhouse-Labelmusiker die Gitarrensaiten in die Hand geben.

Ich persönlich finde sogar, dass diese Cover-Fassungen sich mit den wundervollen Van Zandt-Anverwandlungen von Country-Star Lyle Lovett messen können, der mit seinem Nachruf-Doppelalbum “Step Inside This House” aus dem Jahr 1998 die bislang gelungenste Verneigung vor der Genialität des Songwriter-Vorbildes veröffentlichte. Wie gut das Konzept von Metalheros unplugged funktioniert, hat Wino erst kürzlich in Kooperation mit dem deutschen Conny Ochs auf dem gleichfalls fabelhaften Akustik-Album “Heavy Kingdom” bewiesen, dass auch bereits den Geist van Zandts atmete.

Geheimtipp!

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