Musik - 01.06.12 -

Herz, Seele und Fingerfertigkeit

Cornelius Claudio Kreusch • Heart & Soul

Auf seinem neuen Album „Heart & Soul“ tischt uns Cornelius Claudio Kreusch mit seinen 11 Eigenkompositionen die ganze Palette des ,Solo-Pianos‘ in virtuosen Schattierungen auf.

Dabei greift der Jazzpianist, der bei Schülern von Poulenc und Horvitz lernte und beinah mit der gesamten zeitgenössischen Jazz-Elite zusammenspielte (Herbie Hancock, Bobby Watson, Bobby McFerrin, Greg Osby u.v.a.), tief in die Stilkiste.

Da perlt und hüpft es, dass man sich geradewegs an Debussys ,Gollywog‘s Cakewalk‘ erinnert fühlt (,Christmas on the Bowery‘/ ,88 Ping Pong Finale‘) oder Kreusch greift herzhaft romantisch in die Tasten (,When night falls‘), so dass sich manches, nicht zwingend geschultes Ohr möglicherweise irgendwo im Steinway‘schen Niemandsland zwischen George Winston und Liberace wiederzufinden glaubt.
Jazz-Spezialisten hingegen werden die klassische Moderne eines Keith Jarrett erkennen oder, wie im vielleicht anmutigsten Stück überhaupt, ,Le Piano‘, den eleganten Impressionismus einer Joni Mitchell erspüren.
Dabei bleibt C.C. Kreusch sich durchaus treu, auch wenn er sich selbst gelegentlich, durchaus fingerfertig, rechts zu überholen scheint. Gilt die Devise (zumindest etwas) ,weniger ist mehr‘ dann doch!?
In jedem Fall ein Muss für alle (Jazz-)Pianisten, die Gefallen an wirbelnden Klangbildern haben.

Glm Gmbh (Soulfood)

http://corneliusclaudiokreusch.com/New_Album.html

 



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