Musik - 22.05.12 -

Der Countdown #6... auf der Zielgeraden

Eurovision Song Contest 2012

Das erste Semifinale steht unmittelbar bevor.
Darum heute noch in Kürze der Blick auf weitere 6 interessante Beiträge.

Serbien schickt zum zweiten Mal Željko Joksimovic ins Rennen, der bereits 2004 mit ,Lane Moje‘ einen der schönsten Eurovisions-Songs (Platz 2) der letzten Jahre bot und 2008 in Belgrad für die Moderation sorgte. Mit ,Nije ljubav stvar‘ (Liebe ist keine Sache) präsentiert er eine ähnlich schöne Ethno-Ballade… bleibt nur zu hoffen, dass er NICHT in english singt!

 

Tooji aus Norwegen möchte mit ,Stay‘ wohl in die Fußstapfen von Eric Saade (Schweden 2011) treten: ähnlich wummernder Sound bei ähnlicher Choreographie und ebenso orientalischer Abstammung (Iran). Dass der Song ebenso aus der Feder von Peter Boström stammt, der in diesem Jahr auch bei Schwedens Beitrag ,Euphoria‘ mitmischt, zeigt nur zu deutlich, wie zunehmend austauschbar Land, Interpret und Lied werden, überdies wenn eh alles auf englisch dargeboten wird.

 

Ebenso Gréta Salóme & Jonsi, die für Island antreten. Auch sie opferten die Landessprache dem Englischen. Was im Original auf isländisch nach gesungener Edda-Sage klang, klingt nun eher nach einer Evanescence B-Seite… schade!

 

Die Gruppe Izabo aus Israel schlägt mit ,Time‘ scheinbar alle Plagiatsrekorde. Da hört man eindeutig die Versmelodie von Bobby Darins ,Dream Lover‘, den Refrain von ABBAs ,Nina, pretty ballerina‘ und kräftige Anleihen an einen Bubblegum-Pop Hit der 70er (der noch zu nennen wäre!). Das ganze bringt das Ensemble aber derart kess und unbekümmert rüber, dass man ihnen gerne eine Finalteilnahme gönnt!

 

Albaniens Repräsentantin Rona Nishliu ist mit ihrem Beitrag ,Suus‘ (Persönlich), einer gesanglich exzentrischen Ballade im besten Björk Stil, vielleicht dieses Jahr dem eigentlichen Wort ,Gesangswettbewerb in Originalsprache‘ am nächsten und hat damit leider wohl wenig Aussichten aufs Finale.

 

Zu guter letzt fällt das Augen- und Ohrenmerk auf eine schlichte und schöne Ballade aus Estland. Ott Lepland singt auf estnisch ,Kuula‘ (Hör zu) ohne Schnörkel und Bombast. Wahrlich ein klanglicher Lichtblick.

 

Warten wir nun die beiden Halbfinale ab und schauen dann was übrig geblieben ist.
Viel Spaß dabei!



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