Musik - 20.05.12 -

Der Countdown geht weiter... #5

Eurovision Song Contest 2012

… und muss leider mit einer Meldung beginnen, die im Laufe der vergangenen Woche die Runde machte. Das Internetportal ESCToday wurde von unbekannten Hackern attackiert und mit einem schwulenfeindlichen Text (auf Azeri, der Sprache Aserbeidschans) versehen. Der Text lautet übersetzt (Zitat, ESCtoday) wie folgt:
“Was bringen Schwule nach Aserbaidschan? Was wird in aserbaidschanischen Familien nach der Gay Parade passieren? Es gibt keinen Platz für unmoralische Schwule in Aserbaidschan. Verlasst unser Land. Kein Platz in Aserbaidschan für Schwule, die aussehen wie Tiere.” (weitere Infos: http://blog.prinz.de/grand-prix/schwulenfeindliche-attacke-auf-esc-website/comment-page-1/#comment-14940 )

Dass so etwas vielen (einschl. mir!) langsam immer mehr die Vorfreude auf das eigentliche Event in der nächsten Woche vergällt, ist sicher nachvollziehbar.
Dennoch wollen wir uns auch nicht komplett den Spaß verderben lassen und werfen einen weiteren kurzen Blick über die teilnehmenden Highlights.

Hatten die Engländer vielleicht gehofft, mit Engelbert Humperdinck medienträchtig einen der ältesten Solokünstler jemals ins Rennen zu schicken, wurden sie durch die russischen Babushkis diesbezüglich um eine Nasenlänge geschlagen. Und so muss nun Engelbert als betagter Entertainer einzig mit der Darbietung seines Beitrags ,Love will set you free‘ überzeugen, was ihm als alter Show-Hase mit einer ohrenfreundlich sentimentalen Midtempo-Ballade im schwebenden 3/4-Takt (und als einer der ,großen 5‘ sowieso bereits im Finale) durchaus gelingen sollte.

Die ebenso schon im Finale gesetzten Italiener wählten ihren Beitrag wie üblich über ihr nationales Liederfestival in Sanremo. Die Wahl fiel auf Nina Zilli und ihre Canzone ,Per Sempre‘. Ein durchaus schöner Song, der sich aber zum Ende hin in exzentrische Extasen schraubt. Das erachtete dann wohl das italienische Eurovision-Team selbst für etwas zu viel des Guten und tauschte alsbald diesen Titel gegen ,L’Amore E’ Femmina‘ den Titelsong aus Nina Zillis gleichnamigen, neuen Album aus. Vielleicht die bessere Wahl: eine Uptempo Nummer mit schmissigem Sixties-Doowoop-Beat dessen dezentes Italo-Lamento leider einer englisch gesungen Version weichen wird – anonsten mit Sicherheit einer DER Favoriten!

 

Wer glaubt, Edward Norton hätte sich verirrt und überreden lassen, in diesem Jahr für Moldawien anzutreten, sei versichert, nein – das ist Pasha Parfeny, der da mit quirligem Balkanbeat-Pop auf der Bühne hüpft. Die absolut sympathische Performance und der peppige, selbstkomponierte Song ,Lautar‘ geht gut ins Ohr und sollte eigentlich problemlos ins Finale kommen.

Fortsetzung folgt…



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