Musik - 17.05.12 -

Hommage an die große Lyrikerin

Rose Ausländer zum 111. Geburtstag

Mit Verspätung möchten wir an den 11. Mai erinnern und damit an den 111.Geburtstag der hoch verehrten, wunderbaren jüdischen Dichterin Rose Ausländer. Sie, die wie der große Paul Celan aus dem bukowinischen Czernowitz stammte, verfügte über eine sprachmächtige, bildreiche und zutiefst berührende Poesie, die man nur als magisch bezeichnen kann. Schönere und zugleich schmerzhaftere Metaphern wird man in der deutschen Sprache kaum finden.

Kurz nach dem Tod von Rose Ausländer am 3. Januar 1988 habe ich versucht, meiner Trauer und meiner Bewunderung für diese einzigartige Lyrikerin Ausdruck zu verleihen. In der Hoffnung, dass dieser Text viele motiviert, mal wieder Gedichte von Rose Ausländer zu lesen und andere an dieser Poesie teilhaben zu lassen, wage ich mich, meine bescheidenen Verse hier öffentlich zu machen.

Sprichst noch, still (in memoriam Rose Ausländer)

Im alles verwelkenden
Garten der Stunden
duftet dein Name
nach Stimmen.
Flüsternde Knospen,
die das Schweigen überatmen.
Du Rose, die nie verblüht,
trägst vergessene Wörter
als Dornen.
Wer dich bricht,
dem wächst
keine Sprache nach.

www.roseauslaender-stiftung.de



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