Musik - 17.05.12 -

Chansons aus dem Akeleienhain

Fredda • L‘ancolie

Sie mögen es sommerlich, mit französischem Flair, nicht zu laut und nicht zu leise? Dann sollte das neue Album von Fredda „L‘ancolie“ genau das Richtige für Sie sein.

,Fredda‘ das ist eigentlich Frédérique Dastrevigne, langjährige Partnerin von Pascal Parisot, mit dem sie u.a. als „Radiomatic“ wunderbar Sixties angehauchte Coverversionen einspielte. Doch davon ist das neue Album weit entfernt. Bereits 2007 hatte Fredda mit ihrem Solo-Album „Toutes mes aventures“ gezeigt, dass sie durchaus dem Genre des ,Nouvelle-Chanson’ zugeordnet werden kann. Während das Debüt noch kleine, auflockernde klanglichen Schrägheiten bot, zeigt sich Fredda mit ihrer dritten Scheibe von der rein akustischen Seite. Kein Wunder, wurde doch ein Großteil der Song-Basics in Freddas Küche aufgenommen, wobei sie maßgeblich von Gitarrist Dominique Dépret, besser bekannt als „Mocke“ der Duo-Band Holden unterstützt wurde.

Official Video Fredda – L‘ancolie

Und so findet man sich dann stilistisch zwischen Folk und Chanson, zwischen Karen Dalton und Carla Bruni, entspannt in der Hängematte wieder. Ob mit sommerlich duftigem Beguine (,Morin Heights‘), eine wunderschön filigrane Hommage an ein Matisse Gemälde (,Fenêtre à Collioure‘) oder ein wehmütiger Abschiedsgruß ans Mittelmeer (,Les flots bleues‘), alles klingt sanft dahingtupft wie Landschaften von Monet oder Renoir. Dabei verschwimmt ebenso impressionistisch beinah die akustische Sicht fürs Detail, denn eigentlich wirkt „L‘ancolie“ mehr im Zusammenhang als im einzelnen Lied.

Wohingegen Kolleginnen wie Zaz, Cœur De Pirate, Camille oder Coralie Clément durchaus auch mal das Mitsingen ihrer Chansons durch eingängige Refrains unterstützen, bleibt Fredda diesbezüglich eher zurückhaltend, und während die einen um den Lindenbaum tanzen, träumt es sich mit Fredda entspannt im Akeleienhain. Vive la diversité!



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