Politik - 12.05.12 -

Was Künstler, Musiker & Autoren wählen

Landtagswahl NRW: Wahlaufruf zum Schutz des Urheberrechts gegen Grüne und Piraten

Landtagswahl NRW - Wahlaufruf für Künstler, Musiker und AutorenSo sehr es auch schmerzt, diesen Aufruf gegen zwei Parteien zu schreiben, die jede auf ihrem Fachgebiet schon viel für unsere Demokratie geleistet haben, jetzt muss beim Thema Urheberrecht klar Position bezogen werden gegen die Enteignung von Kreativen. Beide Parteien haben diese Enteignung durch Verkürzung des Zeitraums in dem Künstler (!) ihre eigenen Werke verwerten können (Schutzfrist) in ihren Programmen. Die Piraten – wie auch die Grünen – behaupten dreist, den Urheber stärken zu wollen, doch gerade die Piraten fordern den uneingeschränkten Austausch aller digitalisierbaren kulturellen- und technischen Entwicklungen. Sollen in der Zukunft Kreative und technische Entwickler Content-Sklaven der IT-Megakonzerne und der „Kulturgemeinschaft” werden?

Es ist an der Zeit

Für Kreative, vor allem Musiker, ist es an der Zeit, Stellung zu beziehen. Sie müssen ihre eigenen Interessen in der Debatte um das Urheberrecht vertreten. Und dies konsequent. Wem schallt nicht die Häme im Ohr: „Wir können  ja sowieso kopieren?” Wen stört es nicht, dass Konzerne sich als Retter der Künstler aufspielen?

In diesem Klima trauen sich viele Musiker nicht aus der Deckung. Manche Künstler sind seit Jahren in der Anti-AKW- oder der ökologischen Bewegung engagiert, manche sehen bei den Piraten in erster Linie die „Liquid Democracy”. Aber die Positionen zum Urheberrecht beider Parteien greifen die Rechte der Kreativen an. Diese Pläne widersprechen den in den Allgemeinen Menschenrechten und im Grundgesetz verankerten demokratischen Rechten, der individuellen Freiheit und der Selbstbestimmung des Bürgers. Darum sollten Kreative ihre Stimme bei der Landtagswahl in NRW 2012 den Grünen und Piraten verweigern!

Die Infanterie der IT-Konzerne

Was die Angreifer des Urheberrechts in besonderem Maße unglaubwürdig macht, ist die unsachliche Form der Argumentation. Ausgerechnet die Schöpfer von Kultur werden angegriffen. Die IT-Konzerne, die klare Monopolstellungen haben und die den Kreativen Niedrigpreise oder sogar kostenlose Überlassung von Liedern diktieren, werden als Chance gepriesen. Wenn eine politische Kritik am Eigentumsrecht eines Schöpfers im Sinne einer absolut gleichgestellten Gesellschaft ernst gemeint wäre, dann müsste doch vor allem und zuerst die Kritik gegen Google, Apple und Amazon zu hören sein! In keiner der überreichlich mit Piraten besetzten Talkshows ein Wort der Kritik an den Monopolisten.


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Diese „Generation Internet”, viele Anhänger der Piraten und auch viele Grüne, formieren unter dem Banner der Egalität faktisch als Infanterie der Konzerne. Viele tun es in grenzenloser Unkenntnis. Wer möchte schon in einer Kinderarmee dienen? Das ist die richtige Übersetzung und beschreibt die Situation präzise. Zuerst werden die Kinder und Jugendlichen ins Feld geschickt – dann machen die Konzerne Kasse!

Ihr habt die Wahl

Keine Partei und kein IT- oder Medien-Konzern darf die Selbstbestimmtheit der Kreativen schleifen. Musik ist in vielen Formen den Menschen und Fans zugänglich. Die Musiker stehen zu ihrer demokratischen Verantwortung.

Alle Kreativen, Musiker, Maler, Autoren, Designer, Fotografen und echten Fans sollten zur Wahl gehen und den Parteien, die Künstler enteignen wollen, die Stimme verweigern.

Arsch hoch! Wählen gehen!



1 Kommentare zu “Landtagswahl NRW: Wahlaufruf zum Schutz des Urheberrechts gegen Grüne und Piraten”

René am 13. Mai 2012 14:34

Ich habe meinen Arsch gehoben und bin wählen gegangen.

Ich habe die Piraten gewählt :-)

Warum:
- sie haben in meinen Augen das beste Konzept um die Probleme zukünftig lösen zu können
- jeder kann mitmachen, Die Piraten sehen zwar so aus, als wären sie ein bunter Haufen, der nicht so recht weiß, was er will, aber sie stimmen intern demoktratisch ab, somit könnten auch Urheber sich gerne an den Piraten beteiligen und mit abstimmen, das nennt man dann Demokratie
- die bisherige Politik birgt das Risiko, dass am Ende Parteien gewählt werden, die sich nicht einigen können, das bringt uns im Lösungsprozess nicht weiter
- die Halbwahrheiten der Medien, so auch in Ihrem Artikel schenke ich schon lange keinem Glauben mehr und habe deshalb mir selbst persönlich ein Bild von der Lage verschafft.
- zugegeben Mekrel finde ich gar nicht mal so schlecht, aber die Piraten haben einfach technisch die besseren Möglichkeiten zukünftig für Alle Wähler fair und gerechte Entscheidungen zu fällen.

- Ich bin einfach nur ein einfacher Bürger und kein Pirat

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