Musik - 29.04.12 -

König Boris‘ Tanz auf dem Vulkan 2.0

(König Boris) • Der König Tanzt

Fettes Brot ruht. König Boris ist nicht tot“ informiert uns plakativ die Homepage von König Boris – und dementsprechend kriegen wir direkt das erste Solo-Album „Der König Tanzt“ (indigo) aufgetischt.
Die Messlatte, die Kollegen wie Peter Fox oder Jan Delay mit ihren Solowerken gesetzt haben, ist allerdings hoch. Darum tat Boris Lauterbach auch gut daran sich weder in experimentellem Hip-Hop noch in Disco-Soul-Crossover zu versuchen und sich stattdessen in 12 flotten Elektropop Songs auszutanzen.

Das erinnert dann am ehesten an DAF (,Holidays im Krieg‘) mit einem Schuss The Cure (,Niemals zu Stein‘) – frisch und unbekümmert, als hätte König Boris soeben dieses Genre erfunden. Auch gesanglich schert sich Lauterbach wenig um konsequente Treffsicherheit und trifft doch genau damit mitten ins musikalisch Schwarze. „Wer guten Gesang hören will, möge sich das Gesamtwerk von Céline Dion zulegen“ empfiehlt er konsequenterweise und vor allem ichbewusst.
Sein selbsternannter „Schrill Wave für das taube Gefühl“ klingt auch in Texten wie „Ey, was wollt ihr denn, läuft doch alles glatt – ey, was wollt ihr denn, alles geht bergab!“ (,Schwanenteich‘) nach einer Fallout-Version der einst ebenso wohltuend vorlauten Neuen Deutschen Welle der frühen 80er Jahre.

 

Gewiss wird das potentiell die Mitte der 90er Jahre Geborenen ansprechen und dort so manche Party zu einem Tanz-auf-dem-Vulkan 2.0 aufmischen. Und mit ziemlicher Sicherheit wird auch so mancher Fuß eines Erziehungsberechtigten heimlich mitwippen.

Infos & Tourneedaten -> http://www.derkoenigtanzt.com/#!/

LP/CD und erstmalig auch als “Playbutton” (eine Art MP3-PLayer)

 

 



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