Musik - 26.04.12 -

Cineastisch oppulentes Klangwerk aus Belgien

Benjamin Schoos • China Man vs. China Girl

Der belgische Independant Musiker und Produzent, Benjamin Schoos, veröffentlicht sein erstes Album „China Man vs. China Girl“ auf internationaler Ebene.

In deutschen Landen werden belgische Musiker oft stiefmütterlich behandelt: singen sie französisch, werden sie gern der ,Grande Nation‘ Frankreich zugeordnet (selbst Jacques Brel gilt bei vielen Deutschen als Franzose), und flämische Interpreten sind hierzulande beinah nicht existent.
Nur wenige Interpreten (Brel und Adamo einmal ausgenommen), die sich dann aber meist der englischen Sprache zuwandten, werden als ,belgischer‘ Kulturexport wahrgenommen: Front 242, Helmut Lotti oder Vaya Con Dios.

Benjamin Schoos, wird da kaum eine Ausnahme machen, denn die erste Produktion unter ,eigenem‘ Namen könnte gar nicht ,französischer‘ klingen: funkelnd dramatische Arrangement, wie die einst von Jean-Claude Vannier und vor allem warmer Sprechgesang à la Gainsbourg oder Benjamin Biolay, projizieren die Hörer unwillkürlich, in das sinnlich fiktive Drehbuch eines ,film noir‘.

Dabei wurde das Multitalent Benjamin Schoos unter dem Namen „Miam Monster Miam“ schon seit Ende der 90er Jahre immer wieder mit Beck verglichen. Ähnlich diversifiziert wie dieser, profilierte sich Schoos sowohl als Musiker, Autor, Produzent, Labelchef (,Freaksville‘), als auch Radiokolumnist, Illustrator, und er produzierte u.a. das Bandkonzept „Phantom featuring…“ mit den Sängerinnen Lio und Marie France. Letztere ist auch auch auf „China Man…“ zu Gast, wie auch Pretenders Sängerin Chrissie Hynde, Lætitia Sadier von Stereolab und Mark Gardener von Ride. Alle Gäste fügen sich nahtlos in das cineastisch oppulente Klangkonzept, das nach eigenen Angaben von Benjamin Schoos, sich gut zu einem „Wrestling-Filmdrama“ eignen würde. Titel wie ‘Catch’, ,China Man vs. China Girl‘ oder ,Arthur Cravan vs. Jack Johnson‘ passen da nur zu gut ins Bild.

Ein ungewöhnliches, brillantes Album von einem ungewöhnlich vielseitigen Künstler, der beweist, dass es in Belgien hinter dem Horizont aus Pommes Frites und Trappistenbier, ebenso musikalische Kleinodien zu entdecken gibt.

 

 

Label ‘Freaksville’ – News

http://www.freaksvillerec.com/



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