Netzpolitik - 05.04.12 -

Kreative ohne Eigentum?

Urheberrecht? Piraten und Grüne vs. Grundgesetz und Menschenrechte

Ausgerechnet das Handelsblatt punktet im Kampf um die ersehnten Pageimpressions mit den Diskussionen um das Urheberrecht. Ob Grüne oder Piraten: Das Recht auf Eigentum wird von beiden Parteien den Kreativen und technischen Entwicklern in ihren Gesellschafts- und Gesetzesvorstellungen in Frage gestellt.

Das Geistige Eigentum – was soll der Scheiss?

Entgegen den meist im Netz verbreiteten Meinungen, es handele sich um eine Erfindung des Kapitalismus, basiert der Begriff des geistigen Eigentums auf der geschichtlich entscheidenden Wende im Bewusstsein der europäischen Kulturen. In der Epoche der Aufklärung wurde das Recht des Individuums gegenüber Einzelnen und Gruppen aber erst recht gegenüber Kasten und feudalen Machtgruppierungen definiert. Daraus leitet sich die Vertragsfreiheit des einzelnen Bürgers und auch das Recht auf Eigentum ab.

Philosophen wie Immanuel Kant kämpften für die Anerkennung des geistigen Eigentums und seines Wertes. Denn für Philosophen und Kreative sind nicht Häuser, Geld oder andere materielle Besitztümer das Kapital. Sie sind aufgrund ihrer Selbstbestimmung, ihres Talentes und durch die Schaffung von Werken reale Eigentümer dieser Werke. Ob es nun Musik, technische Patente oder allgemeine Kunst oder Literatur sind.

In der Falle: Konditionierung durch Technik

Rund anderthalb Generationen sind tatsächlich Digital Natives oder haben durch ihre tagtägliche Arbeit intensive Computernutzung erlebt. Die dabei auftretende starke Konditionierung durch die Usability und den bewusst von der IT-Industrie kindlich und einfach gehaltenen Zugang hat das Verhältnis zu den Inhalten – jetzt nur noch Content – verändert.

Sofort ist alles verfügbar oder soll alles verfügbar sein. Realtime ist die aktuelle Geißel der Erfahrenen und aufputschendes Dopamin verheißendes Lebensgefühl der Jüngeren. Die im Netz und am PC erlebte Möglichkeit der totalen Verfügbarkeit prägt das Denken vieler. Insbesondere das Denken der Piraten und der jungen Grünen. Doch der legitime Rechtsanspruch der Urheber steht der vollkommenen legalisierten “Netzfreiheit” im Wege. Dass diese für die eigentlich Kreativen keine Freiheit bedeutet, ist den politischen Akteuren und vielen EgoUsern natürlich egal.

Das Urheberrecht oder ein neuer Kommunismus

Weder die Grünen noch die Piraten sind bereit, entsprechend ihrer eigenen Definitionen und Beschlüssen, offen zu sagen: Ja, wir wollen einen neuen Kommunismus. Mit der Ableitung, dass das Schaffen von Werken auf der Basis der gesellschaftlichen Leistungen geschehe, soll der Anspruch auf ein Eigentumsrecht stark eingeschränkt werden. Man gewährt den Urhebern in den Plänen ein bisschen Eigentum. Gerade so viel, um einen nie dagewesen Zynismus zu zelebrieren. Aber Fakt ist, mit dem Griff nach dem grundgesetzlich verankertem geistigen Eigentum wird die Gesellschaft zu einer neo-kommmunistischen Gesellschaftsform gezwungen.

Die bösen Verwerter oder wie man demagogisch argumentiert

Pausenlos wird argumentiert, geshitstormt und nicht zu letzt mit Diskurswechseln demagogisch das Ziel der Enteignung von Kreativen voran getrieben. Immer werden die Verwerter ins Spiel gebracht. Die GEMA (die sicher viel Reformbedarf hat – aber in erster Linie eine Vertretung der Musiker und Texter ist) wird fälschlicher Weise mit den Medienkonzernen in den Diskussionen gleichgesetzt. Auf die bösen Konzernen, die GEMA und Verlage wird das Augenmerk gelenkt, um dann die Enteignung der Kreativen zu fordern.
Wer ist für den Kreativen denn jetzt der schlimmere Feind: Die Plattenbosse oder die EgoUser, Piraten und junge Grüne? In Wahrheit spricht kaum jemand über die Künstler. Es interessiert im parteipolitischem Rausch wohl letztenendes Keinen.

Ob eine Band erst nach langen Jahren Erfolg hat, wenn sie nicht zur Kategorie DSDS gehört, und dann die Rechte auf den Backkatalog braucht, um endlich einmal ein auf die Jahre gerechnetes kleines Durchschnittseinkommen zu haben – what the fuck?
Ober ob ein Komponist erst nach seinem 50zigsten den großen Song schreibt, dann früh stirbt und seine Witwe ohne Versorgung und Recht auf diesen späten Song dasteht – falsches Geschäftskonzept?
Tja, warum melden sich nicht die Künstler, die nicht auf der Seite der Konzerne stehen, deutlicher und öffentlich gegen die Pläne der Piraten und Grünen – keine Bock auf einen Shitstorm wie zuletzt bei Sven Regener?

Maschinenrecht vs. Menschenrecht

Im Gegensatz zu den Halbwahrheiten der Parteien sind das Recht auf Eigentum und das Recht auf das künstlerische Werk wichtiger Bestandteil des Grundgesetz und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Den Zusatz der gesellschaftlichen Verantwortung als einzigen Punkt in den Vordergrund einer Rechtssprechung zu setzen und ein Feigenblatt Urheberrechtchen zu gewähren, zeigt den Grundcharakter der aktuellen Bewegung. Aber Musik ist de facto verfügbar für jeden. Es gäbe die Möglichkeit ein Online “Stadtbücherei”, Bands können mit einem Youtube-unabhängigen Player ihre Musik auf ihrer Site veröffenltichen … usw. – alles ohne Musiker enteignen zu müssen.

Was will also diese Minderheit der Bevölkerung, die sehr viel Lärm macht? Sie suggerieren, die Dominanz im Netz zu haben, und die Bedrohung von Webauftritten – wie den der GEMA – ist ein zusätzliches Mittel, um die eigentlichen Kreativen vor einem deutlichen und starken Widerspruch abzuhalten.

In diesem Klima bleibt dann der wichtigste Aspekt – insbesondere für die jungen und engagierten User, die die Welt wirklich besser machen wollen – leider unberücksichtigt. Die zuvor erläuterte Konditionierung der eigenen Psyche verleitet zu einem Denken, dass zwar technischen Möglichkeiten entspricht, aber ein Maschinenrecht über das Recht des individuellen Menschen stellt.



21 Kommentare zu “Urheberrecht? Piraten und Grüne vs. Grundgesetz und Menschenrechte”

Dexter am 19. April 2012 21:15

Es ist gut, dass Grundrechte erwähnt werden, denn darum geht es in der Debatte, und nicht nur um ein angebliches Recht um “geistiges Eigentum” was von den einen mehr, von den anderen weniger in die Grundrechte rein interpretiert wird sondern vor allem um andere (meiner Meinung nach viel wichtigere) Grundrechte, die zunehmend von der Content-Industrie angegriffen werden durch Lobbyismus um die Informationsfreiheit, Meinungsfreiheit, Recht auf informationelle Selbstbestimmung, Briefgeheimnis und mehr.

Diese stehen direkt einem Angeblichen Recht auf “geistiges Eigentum” gegenüber und werden zunehmends vor allem in der USA und in der Gesamten Welt durch Verträge wie SOPA, PIPA, PRO-IP, DMCA, Berne, WIPO, TRIPS, COICA, Sonny Bono/Mickey Mouse Copyright Term Extension Act, ACTA, TPP aber auch hierzulande zunehmend durch “Zugangserschwerungsgesetze”, Vorratsdatenspeicherung & Co.

Was die wieder-Einschränkung von Schutzfristen auf angemessene Halbwertszeiten angeht und Hanebüchene Witwen und Komplettfamilien-Vergleiche kann ich eigentlich nur drüber lachen.
Keiner anderen Berufsgruppe liegt ein Recht vor durch ihre Arbeit komplette folgende Generationen zu ernähren. Ich hielte persönlich maximal 20 Jahre nach dem Erscheinen eines Werks (egal ob der Künstler noch lebt oder nicht) für viel angemessener ähnlich den Patentrechten. Das lächerliche verlängern von Schutzfristen auf 100+ Jahre damit Firmen wie Disney/SONY ihre Werke von längst toten Künstlern weiter verwerten kann und nicht an das Public Domain verliert entbehrt jedem gesunden Rechtsempfinden.
Auch sollte es eine Absicherung für Künstler gegenüber Verwertern geben die Rechte alle 5 Jahre neu verhandeln zu können bzw. wenigstens ein Entzug dieser Rechte nach ihrem Tod und ein übergehen an Mögliche Erben wenn überhaupt. Diese dienen in ihrer Funktion längst nicht mehr so sehr als “Schutz” des Künstlers wie Sie Multinationalen Konzernen Monopole verschaffen.

christa am 11. April 2012 16:20

@Dubbel
> 1.
Auch Mark A. Lemley oder andere beziehen sich auf Rechtstheorien (! Theorien !).
Aber: Wenn ein Musiker ein Stück schreibt, schafft er ein Werk. Es ist dem Menschen (wenn er nicht durch Computertechnik konditioniert ist) an sich vollkommen einleuchtend, dass man von seinem Stück oder von dem Lied von dem Musiker XY spricht.
Das sind Denkstrukturen auf die man sich durchaus berufen kann. Aslo: Für fast alle Musiker gibt es “Geistiges Eigentum”. Ob der Begriff von den Konzernen ausgenutzt wird, spielt bei dem Gedankengang erst mal keine Rolle.

Zur Vertiefung:
http://www.amnesty.de/umleitung/1899/deu07/001?lang=de%26mimetype%3dtext%2fhtml

Artikel 27
2. Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen.

Man mag die Allgemeine Erklärung gut oder schlecht finden: Es gibt wirklich Gründe für die Artikel und die Definitionen.
Die Formulierung der “geistigen und materiellen Interessen” sind de facto eine Eigentumsdefinition.

Zu dem Begriff “Enteignung” aus 2..
Das ist doch eindeutig. Wenn man aus der AEdM ersehen und ableiten kann, dass der Künstler ein Eigentumsrecht hat, hat er auch das Recht auf eine Vergütung und den Handel wie er es als selbstbestimmter Künstler und Mensch mit individuellen Rechten wählt.
Den Begriff halte ich im Sinne des GG Artikel 14 für vollkommen gerechtfertigt.

s. a. AEdMR

Artikel 17
1. Jeder hat das Recht, sowohl allein als auch in Gemeinschaft mit anderen Eigentum innezuhaben.
2. Niemand darf willkürlich seines Eigentums beraubt werden.

Das Maß in dem der sozialen Verantwortung der Musiker gegenüber der Gesellschaft gerecht werden muss, kann man ja mit Veröffentlichung durch einen YT unabhängigen Player auf der Bandsite ohne Probleme gerecht werde.

Eine (dann wohl staatlich organisierte) flatrate würde, wenn die Vergütung entsprechend ist, den sozialen Anspruch auf Verfügbarkeit in ausserordentlichem Maße gerecht werde.
In großen Teilen steht aber Musik via öffentlich-rechtlichen Sendern, Bibliotheken und Streamingdiensten schon zur Verfügung.

IT-Generation: Wenn die IT-Generation die eigentlichen Urheber und Künstler unterstützen will, dann kann sie nicht den Eigentumsbegriff der Kreativen negieren.

Wenn die IT-Generation die eigentlichen Künstler unterstützen will, dann suggeriert und fordert sie nicht, dass man alle in allen Ausmaßen einfach kopieren kann. Es ist doch eine ganz normale und bodenständige Tatsache, dass bei zu vielen Kopien den Künstlern (gerade den kleineren) die Existenzgrundlage weg bricht.
Ich versteh dann nicht, wie man “Schließlich hat der Künstler/Entwickler die Ideen etc. ja immernoch in seinem Kopf, die sind ja nicht weg, sondern kopiert.” formulieren kann.
Und die Mehrheit der Musiker sieht das ebenso.

christa am 11. April 2012 15:48

@gemaBasher
Ich bin keine GEMA-Gläubige und sehe den Reformbedarf der GEMA sicher noch größer als Du.
Aber die Anerkennung einer Organisation an sich,
die als Grundidee
(inzwischen zum guten Teil durch Gier bestimmter Kreise in der Organisation verloren)
die Vergütungsverteilung für Künstler hat, seh ich nicht als problematisch an.
Eine oft propagierte “flatrat” wäre auch eine Organisationsform.

Wir werden alle mit einer Organisationsform für die Verteilung der Vergütung für Musik leben müssen, denn eine vollkommene Auflösung jeglichen REchtsanspruches zerstört die Existenzgrundlage der Kreativen.

Zur KITA: Da hast Du vollkommen recht, das das so nicht geht. Ich versteh aber überhaupt nicht, warum es für diesen Fall nicht einen sozialen Rahmenvertrag giebt wie es ihn die Kultusministerien haben.
Die einzelnen KITAs sollte eine Vergütung finanziell nicht belasten. Es ist aber ach verständlich, dass auch die Komponisten von Kinderliedern Geld verdienen müssen.
Hier muss eine wirklich faire Lösung für beide Seiten gefunden werden.

Aus Sicht der KReative:
Anderes Beispiel:
Es ist einem GEMA-Mitglied auch nicht gestattet einen Song als Allgemeingut zu deklarieren. Das sit z. B. ein extremer Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht eines Künstlers.
Anders Beispiel:
Das Verteilungsprinzip des PRO-Verfahrens begünstig eine kleine Kaste von Komponisten und ist absolut sittenwidrig.
Anderes Beispiel:
Es gibt bei der GEMA zwei Klassen von Mitgliedern. Das beeinflusst die Abstimmungen über Entscheidungen zugunsten der Großverdiener.
usw. usw.

Es sieht aus der Sicht der MEhrheit der Musiker/Texter/Komponisten also auch nicht anders aus, als für die Musiknutzer … vielleicht gibt es ja einen Weg endlich einmal einen Zusammenhalt und Verständnis zwischen beiden Gruppen zu erzielen.

Dubbel am 11. April 2012 14:17

Gerade in den Kommentaren wird mit einer Menge Halbwissen geschrieben.

1. “geistiges Eigentum” ist kein rechtlicher Begriff und kommt in keinem deutschen Gesetz vor (genauso wie “Copyright”).
2. YouTube verdient nur an den Videos (aka. bindet Werbung ein), wenn die Videos von YouTube-Partnern hochgeladen wurden. Diese erhalten 50% der Einnahmen. Deutsche Künstler können dieses Modell (mit dem sie an der GEMA vorbei Geld verdienen könnten) aber nicht nutzen, da YouTube aus Angst vor der GEMA vorauseilend alles, was irgendwie falsch ausgelegt werden könnte, sperrt.

Auch ist “Enteignung” das falsche Wort, wenn es darum geht Ideen oder Kultur der Allgemeinheit zur Nutzung zu überlassen. Schließlich hat der Künstler/Entwickler die Ideen etc. ja immernoch in seinem Kopf, die sind ja nicht weg, sondern kopiert.

Die großen Plattenfirmen haben ein Akzeptanzproblem: Die IT-Generation sieht nicht ein, warum die wirklich Künstler und Kulturschaffenden (und damit sind NICHT die Manager der Plattenindustrie gemeint) nur so geringe Margen abbekommen.

Ich habe seit dem erneuten Beginn der Debatte zwei Blogeinträge geschrieben, in denen ich das weiter erläutere:
http://www.haukeluebbers.de/2012/03/offene-antwort-an-51-tatort-autoren/
http://www.haukeluebbers.de/2012/03/urheber-vs-konsument-vorschlage-statt-schimpfworter/

Tom am 11. April 2012 11:19

@sebijik “Nichtkommerzielle Kopien zu erlauben ist keine Enteignung. ”

Was bedeutet denn “nichtkommerziell”? Dass sich jeder zum Zwecke der Eigennutzung und zur Unterhaltung Musik, Software oder Filme kostenlos saugen darf?

Nach dieser Logik wäre auch ein bezahlter Medienträger, der Kino – oder Konzertbesuch nicht kommerziell. Denn der Konsument hat sich auch früher keine Tonträger zum Zwecke des Gewinnmachens angeschafft.

gemaBasher am 11. April 2012 10:34

Da der Autor das Existenzrecht der GEMA verteidigt, hier mal ein Beispiel eines gesellschaftlich relevanten und – m.E. – nach nicht zu tolerierenden Verhaltens seitens der GEMA:

Mein Sohn singt in der KITA mit seinen Erzieherinnen täglich Lieder, musikalische Erziehung gehört zum Konzept.

Neulich flatterte dieser KITA eine Abmahnung der GEMA ins Haus, da man urheberrechtlich geschütztes Liedgut ohne Abgabe an die GEMA mit den Kleinen singe.

GEhts noch? In genau solchen Situationen lässt die GEMA ihre Maske fallen und zeigt ihr wahres Gesicht: raffenraffenraffen.

christa am 8. April 2012 19:42

@Sammie
Check noch mal in den Programmen von Piraten und Grünen genau, ob das nicht eben doch Zwang bedeutet, wenn das so als Gesetz umgesetzt wird.

Ich seh da schon konkrete Punkte. Siehe auch noch mal im Artikel!

Das vollkommen irre ist, dass die anderen guten Idee von beiden Parteien dadurch fraglich werden.

Es ist mir auch nicht erklärlich, warum bestimmte Probleme mit dem Patentrecht oder dem Urhebergesetz gelöst werden müssen.

Nach dem deutschen Kartellgesetz dürften Google u. a. eine solche Monopolstellung gar nicht behalten. Natürlich ist ein wesentlicher Bestandteil ein Code – also ein technisches Patent. Aber Ein technisches Patent bewerte ich aus gutem Grund anders als ein Musikstück.

Und:
Wenn man die einzelnen Spuren oder erkennbare Lines /Melodien /Soli (wie eine Reihe von Piraten fodern s. auch o.), dann unterstüzt das genau die falschen. Dann können die GelberPorsche Fahrer, die mit Musik eigentlich nicht so viel am Hut haben, sehr leicht absahnen.

Auch die Idee, dass der Urheber einen bevorzugten Anspruch auf Schutzrechtsverlängerung haben soll, heisst: Wenn Du keine Kohle hast, kicken die Reicheren und die Cleveren die eigentlichen Künstler raus.

Fass Dir ein Herz ( die Piraten waren ausführlich und gründlich ;-) ) und lies noch einmal in Ruhe.
Piraten
http://bit.ly/vuCQDK
Grüne
http://bit.ly/udcppd

110 am 7. April 2012 23:00

@Sammie

“Sie sagen aber nicht, dass es so gemacht werden
MUSS. Das ist nicht ihr Politikstil.”

wenn man beschliesst, sich dafür einzusetzen, dass
der gesetzgeber die schutzfristen für werke der musik
verkürzen soll, dann hat das schon etwas von “von oben”,
ich denke das ist das, was er meinte.

ausserdem ist es leider wahr, dass es bei den piraten
jedenfalls keine ansätze gibt, die urheber gegen ausbeutung
durch verleger zu schützen, wir sind immer noch viel zu
konsumenten-orientiert, was irgendwie witzig ist, weil es
wirklich viele piraten gibt die selbst urheber sind, oft sogar
hauptberuflich.

110 am 7. April 2012 22:47

endlich mal ein vernünfitger beitrag, in dem ich vieles wiederfinde, was ich schon seit 20 jahre sage, danke dafür. :)

es gibt nämlich durchaus noch einen mittelweg zwischen der piratenpopulistischen kindergartenanalyse (der sich zwar nicht im programm wiederfindet, aber dennoch weit verbreitet ist unter mitgliedern und anhängern) und der propaganda der contentmafia.

was mir allerdgins noch fehlt ist der begriff “geistiges eigentum” in der debatte des heutigen rechts, das ist nämlich auch ein juristischer begriff, der sich mE ein wenig vom dem der aufklärung unterscheidet.

während ich das “geistige eigentum” im recht verteidige (wenn auch nur in hinblick auf das originäre urheberecht der urheber und nicht der verlage) habe ich an kant dann doch die ein oder andere kritik: ich bin grundsätzlich der auffassung, dass selbfindung und selbsverwirklichung (um mal den neudeutschen temrinus zu benutzen) auch und vielleicht sogar besser möglich ist, wenn man seine ideen nach möglichkeit kostenfrei an anderer weitergibt.

ich möchte lediglich nicht dazu _gezwungen_ werden, alles unentgeltich zu machen, aber für progrssiv halte ich es, es ist teil der schaffens eines kunstwerkes, es dann auch her zu geben ohne daraus ein konventionellles geschäft zu machen, ohne es als “produkt” auf den “markt” zu schmeissen und “verletzungen” seiner rechte mit abmahnugnen zu quittieren.

als poitisches individdum mächte ich das dann allerdings nicht nur im bereich des geistiges eigentums gesellschaftlich in diese richtung treiben, sondern ich bin eben auch der auffassung, dass güter zur deckung materielle grundbedürfnisse wie z.b. kartoffeln oder apsirin ebenfalls frei verteilt werden sollen.

dort, wo die piratenpartei noch nicht von CDU-spinnern unterwandert ist, so wie in berlin, da geht ja sogar diese organisation diesen weg: denn bei er forderung nach kostenlosem nahverkehr oder der verdoppelung des bildungshaushaltes verbirgt sich hinter einer scheinbar “wissensgesellschaftlichen” und “freiheitlichen” idee letztlich nihts anderes als eine antwort auf die soziale frage, wer darf was nutzen, was sollt öfetnlich und was privat sein ist nämlich auch ausserhalb des urheberrechts immer die kernfrage der politik.

-110

Sammie am 7. April 2012 12:48

Was genau meinst du mit “autoritäre Ansätze”?

Die Piraten schreiben in ihrem Programm doch bewusst gar nichts vor. Sie sagen im Grunde nur, dass die Kreativen mehr eigene Freiheit und gerechtere Entlohnung durch alternative Finanzierungsmodelle bekommen sollen und nicht allein von den Verwertern abhängig sein sollten.

Über das “wie” machen sie nur Vorschläge und äußern ihre Meinung, in welche Richtung es gehen könnte. Sie sagen aber nicht, dass es so gemacht werden MUSS. Das ist nicht ihr Politikstil. Sie zeigen nur auf, was ihrer Meinung nach im heutigen System falsch läuft und einer Reform bedarf. Ihnen geht es darum, dass sich dann alle an einenTisch setzen: Verwerter, Künstler, Politik und Bürger und dann gemeinsam Lösungen finden, die für alle Seiten annehmbar sind, ohne dass irgendeine Seite einseitig seine Interessen durchbringt.

christa am 6. April 2012 22:57

Noch mal:

Gerade die Piraten und die Grünen sollten die Kritik aus der Sicht der Künstler ernst nehmen und ihrer Programme konkret auf autoritäre Ansätze überprüfen.

Aber wir sollten auch alle gemeinsam gegen die autoritären Vorhaben der USA oder anderer, die ohne gerichtliche Verfügung uns überwachen und demokratiefeindlich sind, kämpfen:

Hier eine wichtige Aktion von AVAAZ:
https://secure.avaaz.org/de/stop_cispa/?aRrFHbb

christa am 6. April 2012 20:56

@ Sammie
> Google: Dann sollen sie die Bücher von YT offenlegen. Dann reden wir noch mal.

> Geistiges Eigentum ist zwar kein Rasenmäher, aber:
Wenn ein Song digitalisiert von zu vielen kopiert wird, können Musiker nicht mehr davon leben. Das ist ein Fakt.
Bei den eBooks ist das schon so weit. Die Menschen sind halt nicht so gut und respektvoll, wie es den Kreativen in den Diskussionen beschrieben wird.

Komm jetzt nicht mit dem Grundeinkommen: Ist von der Volkswirtschaft so nicht zu finanzieren. Oder rechne mir das im Detail vor. (Machs auf ner Site und gib uns hier den Link.

Die romantische Vorstellung vom Tausch führt wirklich zu einer wirtschaftlich unmöglichen Situation gerade für die kleine Künstler. Wenn eine Band nur 20.000 CD bspw. verkaufen würde und davon und von en Touren leben will, dann ist schon beim Wegfall von 20% der CD Verkäufe das für die Band ein Desaster. Da kannste als Musiker soviel Respekt rufen wie Du willst.

Also die “Privatkopie” wie umfangreich sie jetzt sein würde, sollte es auch bleiben. Ein Freundeskreis von 20 Leuten mit weiteren Freunden ist noch lange nicht so groß wie die Userzahl beim Filesharer.

Deine Chancen geben ja nur den Musikstücken eine Chance, die ein bestimmte Verkaufszahl erreichen. Für kleine abgedrehtere oder Jazz orientierte Bands geht Deine REchnung ja nicht auf.

Viele Musiker würden diese Frage auch entspannter sehen, wenn die Piraten offensiv für den Respekt gegenüber den Bands und deren finanzielle Unterstützung durch die Fans Werbung machen würden und nicht aus der (zumeist) Codersicht das Ziehen von Musik und Videos indirekt (“da kann ja jeder denken, was er wil” usw.) freies Kopieren öffentlich propagieren würden.

Und Du täuschst Dich in der Beurteilung von einer ganzen Reihe von Piraten. Es gibt wirklich viele, die ein totale egalitäre Gesellschaft wollen, aber vergessen, dass das so noch nie geklappt hat.

Und die Digitalisierung wird nicht das Mittel sein, den Menschen zu einen besseren zu machen. Alle egalitären Gesellschaftsformen sind in einer radikal autoritären Struktur geendet. Da hilft auch eine Liquid Democracy nicht.
Da helfen nur Rechtsstaatlichkeit, festgelegte Toleranz und Gewaltenteilung.

> Zwang?
Jetzt siehst Du vielleicht, dass die Frage des Zwangs kein “Privileg” der aktuellen alten Parteien und Kapitaleliten ist.
Lies Dir noch einmal “Urhebergesetz” vom BPT 2011, 2te eingereichte Fassung, in Ruhe durch.

Denk auch mal an die ganz bodenständigen Argumente, die ich schon gepostet habe und im Artikel beschreiben habe.

Es gibt eben Punkte im Piratenprogramm die real enteignen, aber es sollte doch die Freiheit für Musiker bestehen (wie bei CC in Abstufungen), die Nutzung durch andere zu bestimmen.

Sonst heisst es wieder alles oder nix. Das ist dann nur die Spiegelung der GEMA, die einem Musiker nicht erlaubt, ein bestimmtes Stück als Allgemeingut ohne Abgaben frei zu stellen.

Es wäre echt schade, wenn die guten Ideen, die die Piraten haben, durch die von mir aufgezeigten Absolutheitsansprüche verloren gingen.

Gerade ein Musikstück ist ja kein technisches Patent, das für die Gesellschaft einen existenziell einmaligen Wert hat und eine Hürde für die Weiterentwicklung der Technik bildet.

Natürlich sehe ich Deine richtige Kritik an den Medienkonzernen. Ich weiss aus Erfahrung zu berichten, dass früher kleine Blogs im Ranking bei Google höher standen mit ihren News. Das hat man nach diversen Konferenzen und Meetings mit den Megamedienkonzernen aber geändert.

Also verherrliche mal nicht Google und Konsorten (auch Apple usw.) nicht. Money talks.

Macht doch mal Werbung für faires Fan-Verhalten!

Sammie am 6. April 2012 16:38

@christa
Natürlich macht Google als Konzern auch Geld damit. Es wäre dann eben ein gegenseitiger Nutzvertrag. Google bietet als Dienstleister an die Musikvideos zu zeigen, verlangt dafür von den Rechteverwertern aber kein Geld – finanziert sich eben selbst durch Werbung. Für die Künstler haben die Videos dann eben den besagten Werbeeffekt und ihre Umsätze steigern sich durch die höhere Verbreitungsrate des Musikvideos.

Hier sollte keiner von beiden an irgendwen was zahlen, weil so schon beide Seiten was davon haben. Warum muss immer einer gieriger sein als der andere? Denn so wie es jetzt ist, hat doch niemand was davon, weder Google, noch die Künstler, geschweigedenn die Internetnutzer. Das ist doch gerade ein ganz typisches Beispiel wie das Urheberrecht in seiner heutigen Form den Markt nur blockiert. Denn wenn es nach dem Willen der Künstler selbst ginge, wären die Videos alle bei Youtube verfügbar, aber wer fragt schon die Künstler. Nun bekommen sie Monat für Monat einfach gar nichts, könnten aber Millionenumsätze machen, wenn die Musikvideos frei verfügbar wären und der Werbeeffekt sich entfalten kann.

> ” Aber warum muss dann eine Partei oder Regierung auch Zwang ausüben?”

Weil es die jetzige Regierung gerade nicht tut, und die Ausbeutung der Künstler nur noch fördert, indem es den Lobbyisten den Rücken stärkt, statt den Künstlern selbst mehr Freiheit und Mitbestimmungsrecht zu geben. Wenn ein Künstler am Markt keine eigene Kontrolle über seine Werke hat, weil er seine kompletten Verwertungsrechte abtreten muss und somit nicht entscheiden kann, wie sein Werk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, kann man das nicht gutheißen. Das fördert nur den Lobbyismus und das Abmahnwesen und sichert nur die Einnahmen von Industriebossen und Abmahnanwälten, aber die Künstler selbst haben rein gar nichts davon. Instutitionen wie die GEMA sind dabei auch nur noch ein zusätzlicher Klotz am Bein. Es wäre viel besser, wenn die Einnahmen schlicht anders verteilt werden würden. Weniger für die Industriebosse, mehr Prozente für die Künstler. Dann wären die GEMA praktisch überflüssig und es gäbe einen freien Markt, auf dem sich alle Künstler frei entfalten können.

Die Medienindustrie zittert jetzt, ist klar – ihr geht es um ihre jährlichen Millionenumsätze. Nun wird auf Teufel raus versucht, etwas zu kriminalisieren, was schon immer da war. Keiner jenseits der 30 kann mir erzählen, dass er damals nicht selbst mit dem Kassettenrekorder vorm Radio stand und seine Lieblingsmusik aufgenommen hat. Genauso wie man damals auf dem Schulhof unter Freunden im großen Schneeballsystem Songs und Filme getauscht hat. Einer hat es gekauft, und dann tauschte man. Da hat es auch keinen interessiert. Genauso wie ich meinem Nachbarn im Sommer auch meinen Rasenmäher ausleihe oder er mir jeden Tag seine gelesene Zeitung schenkt. Kommt da der Baumarkt auf die Idee ihn zu verklagen weil er sich keinen eigenen Rasenmäher kauft, oder der Zeitungsverleger, weil ich mir kein eigenes Zeitungsabo zulege? Will man also jede Art von Tausch kriminalisieren? Oder gilt für die Medienindustrie irgendeine selbstausgedachte Sonderregel? Es scheint mir fast so. Der Tausch ist etwas natürliches, gabs in der Steinzeit schon und wird es auch noch geben, wenn wir längst alle tot sind, ob es der Medienindustrie nun passt oder nicht. Heute sind wir eben etwas moderner, nutzen dafür das Internet, aber die Vergänge sind nachwievor die gleichen, wie schon vor 20-30 jahren und das ist eben ein Zustand der immer da war und immer da sein wird. Damit wird man sich abfinden müssen – und um nichts anderes geht es den Piraten.

Die Piraten respektieren doch auch das Urheberrecht und es geht ihnen doch auch nicht darum dass alles kostenlos sein soll, auch wenn die Medienindustrie das gern so hinstellt. Den Piraten geht es viel mehr um die Entkriminalisierung. Nach ihrem Programm sollen nur andere Vergütungsstrukten geschaffen werden, generell mehr legale Filmangebote im Netz existieren. Musikbörsen entstehen, wo die Künstler auch selbst ihre Werke veröffentlichen und den Preis bestimmen können (ohne Verlagsgenehmigung und 90% Abzüge etc) – nur so können Künstler angemessen an ihren Werken beteiligt werden – wenn sie selbst die Kontrolle haben.

Die große Hetze, die den Filesharern nachgesagt wird bzgl entgangenen Millionengewinn kann man halt nur belächeln.. das sind rein fiktive Milchmädchenrechnungen. Denn man kann am Budget, was jeder einzelne Bürger monatlich bereit ist für Unterhaltungsmedien auszugeben nichts ändern. Wenn ein Bürger sich im Monat nur einen Film kauft, weil er nur 15 Euro ausgeben kann und sich nebenbei noch 3 Filme lädt, wem wurde dann geschadet? Er hätte sich die 3 anderen Filme auch nicht kaufen können. Diese “unrechtmäßige Aneignung” kann man zwar ankreiden, aber wie gesagt – wem wurde damit geschadet? Niemand. Er wird weiterhin seine 15Euro monatlich ausgeben und mehr ist nunmal nicht zu holen. Im Gegenteil – hier kann sogar die Mundpropganda wieder greifen – man erzählt von dem Film seinen Freunden und empfiehlt ihn weiter – das Netz ist dafür das optimale Medium. Und das widerum bietet die Chance, dass ihn sich mehr Leute kaufen, die sonst nie was von dem Film gehört hätten. Und das gleiche gilt natürlich auch für Musikstücke.

Wie gesagt, man sollte das Thema offener betrachten und sich nicht mit aller Gewalt an bisherige Geschäftsmodelle festkrallen. Künstler sollten selbst mehr Kontrolle bekommen und Verwertungsfirmen im Gegenzug mehr entmachtet werden, damit diese Ausbeuterei ein Ende hat. Es gibt nicht nur schwarz und weiß.. man kann auch Kompromisse finden.

christa am 6. April 2012 14:42

@Sammie
Das mit YT sehe ich nur zum Teil so wie Du. Google als fetter Konzern macht Kohle mit den Inhalten. Dann soll er auch einen korrekten Anteil zahlen. Und nicht nur die Möglichkeit über Werbung auf dem Video anbieten.

Zum weiteren: Natürlich ist das “Enteignung” oder auch organisierter kapitalistischer Zwang von Konzernen (da machen aber Google und Apple kräftig mit!). Aber warum muss dann eine Partei oder Regierung auch Zwang ausüben? Denn in dem BPT Text der Piraten ist der Wille zur Enteignung (s. meinen Kommentar und den Artikel) eindeutig.

Es wäre wirklich mal angesagt, eine Partei zu haben, die nicht “Macht über” sondern “Unterstützung für” als Programm hat.

Sammie am 6. April 2012 14:01

Weiß auch nicht, wie man hier immer auf Enteignung kommt. Enteignen tun doch gerade die Verwerter die Künstler, die dank Knebelverträgen nur geringe Prozente für ihre Arbeit bekommen, während sich die Manager die Taschen vollmachen und ihre eigene Form der Kostenloskultur ausleben indem sie die Künstler schröpfen wo es nur geht.

Youtube, das eigentlich das Potential hätte, über die Musikvideos massiv Werbung für die Künstler zu machen, wird lieber aus Geldgeilheit dank GEMA geblockt – auch davon haben die Künstler Null.Statt zu erkennen, welches massive Werbepotential Youtube für die Künstler hat, wird das Video selbst als Ware angesehen, und das ist falsch. Eigentlich müsste Youtube dafür bezahlt werden, dass sie Musikvideos zigmillionen Menschen zugänglich macht – denn nur wo Werbung stattfindet, kann auch der Verkauf gefördert und die Piraterie eingedämmt werden.

Die einzelnen Künstler haben dagegen dank der Abtretung über die Verwertungsrechte an ihre Labels keinerlei Mitbestimmungsrecht, ob ihr Video überhaupt auf Youtube angezeigt werden soll, da die GEMA nur Labels als ganzes betrachtet. Will ein Künstler sein Video ausschließlich kommerziell vertreiben, so sitzen alle anderen Künstler des gleichen Labels mit im Boot und können daran nichts ändern. DAS ist Enteignung! Und deswegen gehört das Urheber-und Verwertungsrecht recht reformiert, damit die Künstler mehr Mitbestimmungsrecht haben, was mit ihrem Eigentum passieren soll.

tenorX am 6. April 2012 13:44

“Die Piraten wollen ein Zweitverwertungsrecht den Kreativen einräumen, …” find ich aber etwas merkwürdig gesagt.
Wieso soll jemand einem Urheber etwas einräumen dürfen?
Wer hat denn dann die Macht?
Musiker sollten sich stärker organisieren und ihre Verträge mit Verwertern härter verhandeln. Wo sind da GEMA und Gewerkschaften?

christa am 6. April 2012 13:06

@Sebijk Wenn Du das Papier “Urhebergeetz” vom BPT 2011, 2te eingereichte Fassung gelesen hast, dann solltset Du verstehen, dass ich die grundsätzliche und durchaus ernstgemeinte Änderung der Gesellschaftsform und der Eigentumsverhältnisse durch die Piraten (und die “neuen” Grünen) ganz präzise darlege.

Aus dem Text : “Man sollte erstmal versuchen, einen sinnvollen Ausgangspunkt zu schaffen, bevor man sich an der kompletten Umwälzung ( ! meine Anm.) eines derart festgefahrenen und etablierten Gebildes versucht.”

Und Beispielsweise: Unter Punkt 14:
Eine Verkürzung auf 10 Jahren nach dem Tod des Urhebers ist für dessen Witwe und kinder vollkommen inakzeptabel.
Der unterschiedliche Todeszeitpunkt zwischen Männern und Frauen ist vollkommen unberücksichtig. Und natürlich bedeutet eine solche Gesetzesänderung eine Enteignung.
S. aush Punkt 60 usw.

Das würde hier ja zu weit führen, es gibt einen eindeutigen Grundzug zur Enteignung, anstatt die konkreten Probleme lösen zu wollen.

Viele Barrieren, die den Zugang zu Codes oder Kultur erschweren, müssen eben nicht durch eine Enteignung beseitigt werden. Offentlich zugänglich sind auch öfentliche Bibliotheken. Das kann man auch online umsetzen.

Bei den nichtkommerziellen Nutzungen sehe ich das eigentlich auch als absolut ok an, wenn kein Kid dafür zahlen soll. Aber der Künstler sollte ein Einspruchsrecht haben, wenn seine Überzeugung oder andere politisch inkorrekte Inhalte damit verbinden sind.
Klarer fonde ich die Situation bei YT: da macht Google Kohle mit den Inhalten. Auch wenn es privat gesungene Songs sind. also sollten die User einfach den Song und den Artist eingeben können, damit YT auch GEMA zahlt.
Aber ich vermutet YT hat keine eindeutugen assetkennzeichnungen (rotierend) und kann das gar nicht technisch umsetzen. Eher peinlich!
Bei Kopien bin ich der Ansicht, dass echte private Kopien ok sind. Aber es ist wohl klar, dass niemand 100.00 Freunde hat …
Das ist dann nicht mehr privat.

Von Abmahnanwälten halt ich nix. Aber zu diesem Spiel gehören ja immer zwei Seiten, das muss man auch mal ohne Emotionen und politische Attitude sehen.

Ich finde die Künstler sind im Moment die total Verarschten. Denn jetzt hacken alle (Konzerne, IT-Konzerne, User, Parteien auf sie ein und wollen ihre Werke.
Also sollte man sich auf die Unterstützung de Künstler konzentrieren – im Sinnen einer sozialeren Gesellschaft, aber nicht mit Enteignung.

Sebijk am 6. April 2012 11:56

Die Piraten wollen ein Zweitverwertungsrecht den Kreativen einräumen, also nicht nur die Möglichkeit, die Musik nur über Youtube oder nur über bestimmte Firmen zu verwerten. Wie Künstler von den großen Konzernen oder aktuell vom Handelsblatt “enteignet” wird, wird natürlich nirgendswo in den Artikel beschrieben.

Nichtkommerzielle Kopien zu erlauben ist keine Enteignung. Ohne das, würde man von den unbekannten Künstler gar nichts mehr hören. Welche Lösung würdet ihr denn vorschlagen, wenn ihr das nicht wollt? Die bösen Nutzer mit Abmahnanwälte bekämpfen? Davon bekommen die Künstler meistens gar nichts.

Beatrix am 6. April 2012 10:22

Mit den Reformen ist das ja so eine Sache. Die Grünen haben z.B. – sicher im besten Glauben, das Richtige zu tun – durchgesetzt, dass die Prostitution legalisiert wird. Als Ergebnis ist Deutschland ein Paradies für Mädchenhändler geworden und (Entschuldigung) Flat-Rate-F****n ist DER Trend im Gewerbe. Die Mädchen und Frauen gehen daran seelisch und körperlich zu Grunde. Ganz legal.

Also @Sebljk und liebe Piraten: Vordenken ist gut, weiterdenken ist besser! Künstler benötigen ein gewisses Maß an Strukturen, auch wenn dabei auch Konzerne beteiligt werden. Künstler brauchen die Gewissheit, dass ihr Erfolg nicht nur in YouTube-Klicks sondern auch in klingender Münze erfolgt.

christa am 6. April 2012 10:03

Schon mal das Wahlprogramm der Piratenpartei genauer durchgelesen?
Schon mal die Argumente des Artikels durchdacht?
Ihr habt genau diesen Widerspruch in Eurem Programm, der zwar sagt, wir stärken die Künstler, aber nehmt ihnen doch das Selbstbestimmungsrecht.
Warum wollt Ihr ein einschränkendes Gesetz und nicht die Freiwilligkeit wie bei Open Source Projekten?
Wir brauchen nicht schon wieder “nur” eine Partei.

Sebijk am 6. April 2012 03:54

Schon mal das Wahlprogramm der Piratenpartei genauer durchgelesen? Wenn ja, dann würdet ihr zu Erkenntnis kommen, dass die Piratenpartei das Urheberrecht nicht abschaffen, sondern reformieren wollen. Nirgendswo sehe ich, dass die Künstler damit enteignet werden, im Gegenteil sie sollen sogar gestärkt werden und eine Kostenlos-Kultur wollen sie auch nicht, auch wenn viele Medien das meinen…

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