Musik - 02.04.12 -

Pop-Kleinod von klugen Köpfen

Django Django • Django Django

Das schottische Quartett Django Django präsentiert ihr gleichnamiges Debüt.

Es ist immer wieder schön wenn bei allem Medienhype, über den letzten Trend und Schrei, dann doch noch Alben erscheinen, die sich allein wegen ihres Inhaltes durchsetzen. Sicher nicht für Top-Platzierungen in den Charts aber gewiss in den Hitparaden der Herzen von Kunststudenten und Liebhabern alternativer Pop-Unterhaltung.

Kein Wunder, denn die Gruppe fand sich selbst an Kunstschulkreisen in Edinburgh unter Leitung von David Maclean (Schlagzeug) und Vincent Neff (Gesang/Gitarre) zusammen. Daher stehen, wie bei den Foals, die rhythmischen Muster – aber auch chorische Gesanglinien wie einst bei den Beach Boys im Vordergrund (,Waveforms‘).

 

Generell klingt da immer wieder eine Vorliebe für den Westcoast-Sound der 60er Jahre durch, so auch bei ,Wor‘, das nach Surfboard und Dick Dale riecht. Dann wiederum (,Hand of man‘/‘Love‘s Dart‘) kommen Erinnerungen an die Beta Band, ebenso ,nerdovertierte‘ Schotten und – merke auf – Djangos Schlagzeger David ist der jüngere Bruder des Beta Keyboarders John Maclean!

Großartig besonders ,Default‘ als ginge es darum mit Morris-Dance einen Wicker Man zu umtanzen und ,Skies over Cairo‘, bei dem man mit elektronischen Stammes-Trommeln und orientalischen Schalmeien, im Papyrusboot die Sternschnuppen über Gizeh zählen möchte.

Alles in allem ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Pop-Kleinod von klugen Köpfen.



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