Musik - 23.03.12 -

Flügges Erstlingswerk

Birdy • Birdy

Mit ihrem Debütalbum „Birdy“ gelingt der knapp 16 jährigen ein solider Spagat zwischen Adele und Lana del Rey.

Auch wenn es sich bis auf einen Song ,nur‘ um Coverversionen von The XX, Phoenix, Fleet Foxes oder The National handelt, zeigt Birdy sowohl mit ihrer Auswahl als auch mit  ihrer sparsamen Interpretation, dass da ein wahres Talent abseits der üblichen Teenie orientierten Popallüren am Werk ist.

Und in der Tat, Jasmine van der Bogaerde, so der eigentliche Name der Großnichte der Schauspielerlegende Dirk Bogarde, ist trotz ihres putzigen Künstlernamens beileibe in ihrer künstlerischen Entwicklung nicht zu unterschätzen.
Von der mütterlichen Konzertpianisten genetisch inspiriert, lernte Birdy Klavier zu spielen und auch bald eigene Lieder zu komponieren. Genau mit einem solchen sollte sie dann 2008 (mit 12 Jahren!) den „Open Mic UK“ Wettbewerb gewinnen; ein Plattenvertrag ließ demnach auch nicht lange auf sich warten.

Bereits letztes Jahr konnte sie sich mit ihrer Version von Bon Ivers ,Skinny Love‘ auf Platz 17 der englischen Single-Charts platzieren. Nun endlich erscheint „Birdy“ mit rund 3 monatiger Verspätung auch in Deutschland.

Birdys schlichte, aber durchaus packenden Interpretationen von „White Winter Hymnal“ (Fleet Foxes) oder „Shelter“ (The XX) strahlen eine wunderbare Reife aus, die weder Schmollmund noch stimmliche Geziertheit bedarf und vage an die Anfänge einer Tori Amos erinnern
Einen achtbaren Platz zwischen den Alben der Kolleginnen Adele, Lana del Rey und Florence Welch stünde dem flüggen Erstlingswerk in jedem Fall zu!



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