Musik - 09.03.12 -

Ein Debüt wie ein Klassiker

Michael Kiwanuka – Home Again

Es war das Eröffnungsstück des nun endlich erschienen Erstlings von Michael Kiwanuka, „Home Again“, das mich im letzten Herbst bei meinem favorisierten Radiosender aufhorchen ließ. Sollte ich da etwa einen Soul-Klassiker der frühen 70er Jahre verschlafen haben!?

Der Interpret mit dem leicht exotisch anmutenden Namen wollte mir nichts sagen. Der Song hieß ,Tell me a tale‘ und verzauberte vom ersten Ton an mit Seele im wahrsten Sinne des Wortes. Arrangiert überdies mit subtil schwebenden Orchesterklängen und flirrendem Flötenzauber. Schnell füllten sich nicht nur die britischen, sondern auch die deutschen Musikpostillen und verhießen Großes über den neuen Soul Star mit ugandischen Wurzeln am englischen Pophimmel.

Michael Kiwanuka – Home Again

Der 1987 im nördlichen Londoner Stadtteil Muswell Hill geborene und aufgewachsene Kiwanuka, begann als Teenager Gitarre zu spielen und erste eigene Songs zu schreiben. Er studierte Jazz, entdeckte aber den ,Soul‘ als solches erst, so will es das viel zitierte Gerücht, über eine Outtake Version von Otis Reddings ,Sittin on the dock of the bay‘ auf einer Giveaway-CD des britischen MOJO-Magazin aus dem Jahre 2001.

Diese ,erste‘ Begegnung mit afro-amerikanischer Musik, muss wohl so einschneidend gewesen sein, dass der heute erst 25-jährige Michael Kiwanuka seit rund 10 Jahren klingt, als hätte er gut drei Jahrzehnte nichts anderes getan, als Platten von Bill Withers, Richie Havens, Donny Hathaway, Van Morrison, Boz Scaggs, Joni Mitchell aber vor allem auch Randy Newman zu studieren.

Und eben darum klingt „Home Again“ einerseits wie ein Kaleidoskop aus Soul- und Folk-Zitaten und andererseits doch wieder homogen nur nach Michael Kiwanuka.

Dass ,Tell me a tale‘ das schillernde Highlight des Albums ist, bleibt unbestritten, ansonsten bleibt Kiwanuka weitgehend, klanglich schmeichelnd, im Midtempo-Bereich. Sein ,Soul‘ ist kaum  schwärzer als der von Amy Winehouse (,Bones‘) und nur wenig weisser als der von Adele (,Home Again‘), und somit wird sein „Home Again“ (wie einst das Debütalbum von Tracy Chapman) zu recht, wohl bald in keiner Plattensammlung mehr fehlen.

Mir soll es recht sein, wenn Songs wie ,I won‘t lie‘ oder ,Worry walks beside me‘ demnächst auch im Café meines Vetrauens zu hören sind, und ich mich einfach wie zu Hause fühle… „Home again“ eben.

Tourdaten Michael Kiwanuka

22.04. München – Ampere
23.04. Berlin – Postbahnhof
01.05. Köln – Club Bahnhof Ehrenfeld
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