Musik - 04.03.12 -

Dritter Streich der Jazz-Diva

Neues Album von Melody Gardot kommt Ende Mai

Drei Jahre ist es her, dass Melody Gardot uns mit ihrem zweiten Album “My One And Only Thrill” den Atem raubte und stante pede zur neuen Diva des Jazz avancierte. Wer ihre persönliche Leidensgeschichte und den daraus resultierenden Weg zum Gesang kennt, weiß dass dieser große Erfolg eine verdiente Entschädigung für die schwerwiegenden Folgen des Verkehrsunfalls mit Fahrerflucht ist, dessen Opfer sie im November 2003 wurde. Am 28. Mai dürfen wir uns auf “The Absence” freuen, den dritten-Albumstreich der Künstlerin, die ihre Gesangskunst im Rahmen der REHA bei einer Musiktherapie entdeckte und entwickelte.

Die Erfahrung der Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit hat vielleicht mit zu der ungeheuren Stärke und selbstbewussten Präsenz von Melody Gardot beigetragen, die sie, ihr Songwriting und ihre Performance auszeichnet. Und so scheut sich die vor einem Monat 27 Jahre alt gewordene attraktive Musikerin auch nicht, ihre weiblichen Reize einerseits und ihre Gehbehinderung andererseits für einen Albumtrailer auf ästhetische Weise zur Schau zu stellen. Mit dieser Selbstverständlichkeit schafft sie ein Bewusstsein dafür, dass sich eine körperliche Einschränkung und ein hoher Grad an Verführungskraft nicht ausschließen.

Wir sind sehr gespannt, ob Melody Gardot auf dem neuen Longplayer das exzellente Niveau des Vorgängers halten oder sogar noch übertreffen kann. Die Messlatte, die sie mit absoluten Gänsehautsongs wie “Your Heart Is As Black As Night” oder dem Titelsong “My One And Only Thrill” gelegt hat, ist jedenfalls ungeheuer hoch. Das Talent von Melody Gardot aber eben auch.

Der kurze Albumtrailer deutet an, dass auch das neue Songmaterial höchsten Ansprüchen genügen dürfte. Interessant zu erfahren wird sicher außerdem sein, ob Melody Gardot neben dem eigenen hochwertigen Songmaterial wieder einen Standard des Jazz covert und auf ihre fesselnde Weise neu interpretiert wie seinerzeit den Klassiker “Somewhere Over The Rainbow”. Auch den wollen wir uns aus Vorfreude auf das neue Werk noch mal gönnen, das  in der Sparte Gesang wahrscheinlich Kopf an Kopf mit dem nächste Woche erscheinenden Album “Be Good” von Gregory Porter im Rennen um das Jazz-Album des Jahres liegen wird.

www.melodygardot.com

theabsence.tv



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