Musik - 26.02.12 -

Bariton mit Blues-Schmelz

Gregory Porter – Very Very Good Jazz

Was die Riege der herausragenden Jazzsänger betrifft, steht bei mir seit langer Zeit Kurt Elling ganz weit oben auf der Liste der männlichen Lieblinge. Jetzt kommt einer, der ihm den Platz des Favoriten streitig macht mit einer Stimme, die mich mit ihrer Kraft, Wärme und Eleganz auf Anhieb gepackt hat und stellenweise an den großen Sammy Davis Jr. erinnert. Gregory Porter heißt der Mann, der am 9. März sein zweites Album “Be Good” veröffentlicht.

Das Debütalbum “Water” aus dem Jahr 2010 erhielt auf Anhieb eine Grammy-Nominierung in der Kategorie „Best Jazz Vocal Album“ und namhafte Kollegen wie Jamie Cullum und der deutsche Altmeister Klaus Doldinger werteten es als Album des Jahres. Mit seinem Auftritt in Later With Jools Holland eroberte Porter die Herzen des Publikums und katapultierte “Water” schließlich sogar auf Platz 1 der iTunes- und Amazon Jazz Charts.

Es wundert also nicht, dass die Erwartungen an das Nachfolge-Werk sehr hoch sind. Diesem Druck zeigt sich der im Broadway-Musical “It Ain‘t Nothin‘ But the Blues“ gestählte Gregory Porter mehr als gewachsen, denn “Be Good” übertrifft das Debüt aus meiner Sicht noch bei weitem. Erstklassiges Songwriting, stilistische Vielfalt, tolle musikalische Begleitung und nicht zuletzt der großartige Bariton des Sängers sollten diesmal einen Grammy wert sein, vielleicht auch zwei, eben für die beste Vokalleistung und möglicherweise auch für das beste Jazzalbum.

Gregory Porters Verständnis von Jazz ist tief in Gospel, Blues und Soul verwurzelt und gipfelt in großartigen Kompositionen wie dem Titelsong, dessen “Mr. Bojangels”-Feeling mich sofort begeistert hat. Das gesamte Album mit seinem breiten Spektrum an Stimmungen bietet eine perfekte Mischung aus Groove and Smoooth, ein echter musikalischer Herzensbrecher. Das hören die Damen, wenn sie ihren Liebsten auf das Fell vor dem Kamin ziehen. Oder umgekehrt. Also it’s Kuscheltime!

Wie gut “Be Good” wirklich in seiner Gesamtheit ist, davon könnt Ihr Euch gleich hier per Albumplayer überzeugen.

www.gregoryporter.com



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