Musik - 25.02.12 -

Der freundliche Hobo ist zurück!

Charlie Winston „Running Still”

Charlie_Winston 2012„Hello, Hello, it’s you and me again, how can we pretend, we’ve never met”, sind die höflichen Worte, mit denen Charlie Winston seine geneigten Hörer begrüßt. In der Tat, niemand würde vergessen wenn er erst einmal die musikalische Bekanntschaft mit Herrn Winston gemacht hat.

Der Grund ist einfach, denn in einer medial überfrachteten Popwelt hat Charlie Winston es immerhin schon mit seinem ersten Album “Hobo” (2009) geschafft, eine ihm ganz eigene Nische zu besetzen. Seine Mischung aus Pop, Folk und Blues gepaart mit seiner unverkennbaren Stimme, die rau aber herzlich klingt, macht ihm zur Zeit niemand so schnell nach.

Und auch sein zweites Album bietet da einiges an rasanten Stimmungswechseln. “Hello Alone” der ohrenfreundliche Pop-Folk-Groove mit Bluesharmonika wird sofort mit dem zweiten Song, “Speak to me”, kontrastiert. Dieser will erst so gar nicht nach Winston klingen: ein stampfender, erdiger Elektrobeat mit Stakkatogesang, der auch von Split Enz aus den 80ern stammen könnte. Zweifellos einer der besten Tracks auf “Running Still“.

Charlie Winston – Hello Alone

Wenig später, bei “The Great Conversation”, dringt einem der Satz “Guten Abend Herr Beethoven” ans Ohr, ein mondscheinsonatig geschwängerter Monolog mit Ludwig van darüber, wie schmerzlich er doch Genialität à la Beethoven im heutigen Musikbusiness vermisst.

Charlie_Winston_Running_Still__Album_Cover

Während Winstons Uptempo-Rock Nummern mir ein wenig zu polternd daherkommen (“Wild Ones”, “Rockin’ in the suburbs”, “Summertime all year”) ist er im Midtempo Bereich unschlagbar, wie das wunderbar dahingetupfte “Unlike me” beweist.

Where can I buy happiness” fragt Charlie Winston in einem Resümee über seine ersten Jahre als Popstar – nun, wo und wie Mr Winston das für sich erledigt, vermag ich nicht zu sagen, den Käufern dieser Platte jedenfalls sind 45 Minuten ‘Happiness’ garantiert.



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