Musik - 21.01.12 -

Abschied von einer Bluesikone

Rest in Peace Etta James

Wir haben den Blues, denn Etta James ist tot. Wieder heißt es Abschied nehmen von einer großen Künstlerin, deren Name in Blueskreisen in einem Atemzug mit anderen Ikonen wie Ella Fitzgerald, Nina Simone oder John Lee Hooker genannt wird. Ein Leben und Leiden, das dem Genre alle tragische Ehre machte, ist zu Ende gegangen. Fünf Tage vor ihrem 74. Geburtstag erlag die schwer erkrankte Sängerin, die an Alzheimer und Leukämie litt, den Folgen einer Lungenentzündung.

Etta James kam am 25. Januar 1938 als Tochter der erst 14jährigen Jamesetta Hawkins in Los Angeles zur Welt. Wie so viele afro-amerikanische Sängerinnen kam sie bereits als Kind zum Chorgesang in der Kirche und verinnerlichte den Gospel als Wurzel allen beseelten Bluesgesangs. Bereits im Alter von 14 Jahren gründete sie mit dem Trio The Creolettes ihre erste eigene Gesangsgruppe. 1955 landete Etta James mit dem Rhythm-and-Blues-Song “The Wallflower/Roll With me Henry” ihren ersten großen Hit, der 2008 in die Grammy Hall of Fame aufgenommen wurde.

Von da an prägte die Sängerin mit der kristallklaren, kräftigen Stimme, die das klagende Röhren ebenso beherrschte wie das zerbrechliche Weinen, die Musikszene bis weit in die 1960er Jahre. Auf dem legendären Label Chess Records reifte sie endgültig zur herausragenden Künstlerin und erreichte mit Songs wie “At Last” oder “I’d rather go blind” Kultstatus. In der Folge wurde James mit verschiedenen Grammys, u.a. 1994 für die beste Jazz-Stimme und 2003 mit dem Lifetime Achievement Grammy Award ausgezeichnet wurde und wurde auch mit einem Stern auf dem Walk of Fame geehrt. 1993 und 2004 erhielt sie zudem den bedeutenden Kritikerpreis “Living Blues Award”.

Doch auf all dieses Licht fiel auch einiges an Schatten in der Karriere der Ausnahmesängerin. So verkraftete Etta James das nachlassende Interesse des Publikums zu Beginn der 1970er Jahre und des Disco-Booms nur schwer und fiel der Heroinsucht anheim, die sie erst Jahre später besiegen konnte. 1978 und 1980 tourte Etta James im Vorprogramm der Rolling Stones und erntete endlich wieder die verdienten Lorbeeren. Höhepunkt der zweiten Phase ihrer Popularität war dann ihr Auftritt bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiel 1984, bei der sie den New-Orleans-Klassiker “When The Saints Go Marching In” präsentierte.

1995 erschien ihre von David Ritz verfasste Biographie “The Etta James Story”, die deutlich macht, dass das Leben der Sängerin auch immer ein Kampf ums Glück war. In den letzten Jahren vor allem ein Kampf gegen die Krankheiten, den sie jetzt schließlich verloren hat.

Die Stimme von Etta James wird überleben und in anderen Sängerinnen weiterleben. Dem Gedenken an Etta James darum hier auch noch ein Cover von Adele, der großen Sängerin einer jungen Generation:

Rest in Peace Etta!

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