Netzpolitik - 09.01.12 -

Das Imperium schlägt zurück

Chinesische Autoren verklagen Apple Inc. wegen Urheberrechtsverletzung

Virtuelles Bücherregal im App StoreJahrelang wurden den Chinesen vorgeworfen, sie kopierten was das Zeug hält, um ihre eigene wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Jetzt hat ein chinesisches Gericht eine Klage angenommen, in der neun bekannte chinesische Autoren Apple Inc. wegen massenhafter Urheberrechtsverletzungen verklagen.

Hintergrund der Klage: einige Verlage stellen iBook im Apple-Store ein, ohne dafür jedoch die Genehmigung der Autoren zu haben. An jedem Download verdient Apple kräftig mit. 30 Prozent verlangt der Konzern aus Coupertino für den Vertriebsweg über den App Store, in dem allein in China 20 Millionen Menschen einkaufen.

Vorwurf: „Apple verdient an illegalen Downloads”

Bei der Klage, die jetzt in Peking eingereicht wurde geht es nicht um Peanuts. Wie People’s Daily meldet, hat das Gericht einen Streitwert von 1,88 Mio. US-Dollar akzeptiert. (11,81 Mio. Yuan). Insgesamt reklamieren die Autoren die Rechte an 37 Büchern, die illegal über den App Store verkauft würden. Ein Sprecher eines chinesischen Schriftstellerverbandes spricht von “richtigehendem Diebstahl”.

Apple Inc. selbst gehört zu den Konzernen, die in der Vergangenheit gern und häufig andere Unternehmen wegen angeblicher oder tatsächlicher Schutzrechtsverletzungen verklagt haben. Wie der aktuelle Streit Apple / Samsung zeigt mit wechselhaftem Erfolg. Sollte es sich bewahrheiten, dass Apple keine Mechanismen für den rechtssichere Schutz von Urheberrechten in seinem App Store hat, verliert Apple noch mehr an Vertrauen. Ein Shop, das sind nur leere Regale. Interessant wird er erst durch die dort angebotenen Waren. Und die bietet mehrheitlich nicht Apple an sondern Abertausende von Urhebern, Autoren, Musikern und Journalisten!

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