Musik - 06.01.12 -

Keine kleinen Fische

EMI schließt sich als letzter Major den Klagen gegen Streamingdienst Grooveshark an

Grooveshark kurz vor dem Ertrinken?

In der Musikindustrie wird zur Zeit scharf geschossen. Unter Beschuss steht unter anderm der Musikstreaminingdienst Grooveshark. Der Dienst, der nach eigenen Angaben in Deutschland auf Platz 2 der Rangliste unter den Musik-Streamern steht, hat bereits seit letztem Jahr mit einem massiven Vertrauensverlust seiner Vertragspartner auf Seiten der Schallplattenfirmen zu kämpfen.

Begonnen hatte der Ärger mit einer Klage durch Universal Music. Die Firma wirft Grooveshark die Verletzung von Urheberrechten im wiederholten Fall vor. Uploads von nicht lizensiertem Material sollen sogar durch das Führungspersonal von Grooveshark vorgenommen worden sein.

EMI fordert in der jetzt eingereichten Klage Lizenzzahlungen auf Basis eines 2009 zwischen den Unternehmen geschlossenen Vertrages ein. Hieraus sei, so EMI noch nicht eine einzige Zahlung geleistet worden. Bereits im Dezember hatten Warner Music und Sony Music gegen den Streamingdienst dem Klageweg bestritten. Die Vorwürfe sind mit denen von der EMI vorgebrachten vergleichbar. Grooveshark soll allein gegenüber der EMI – so die New York Times – mit mindestens $ 150.000,- (knapp € 120.000,-) ausstehenden Lizenzzahlungen in der Kreide stehen. Wenn sich die Forderungen der anderen Majors in vergleichbaren Größenordnungen bewegen, dürfte der Raubfisch bald auf dem Trockenen sitzen.

Copyright-Hinweis auf der Grooveshark-Website:

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Wenn man bedenkt, dass Musikstreamingdienste weit weniger Lizenzen an die Künstler ausschütten, als dies bei CD- oder Digial-Verkäufen der Fall ist, wiegt eine mögliche Unterschlagung von Lizenzen um so schwerer.

Foto: Leslie Hinge



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