Musik - 28.12.11 -

Toms Top-Alben des Jahres

Die herausragenden Alben 2011, Teil 3

Und der nächste Streich folgt sogleich. Weiter geht es beim munteren Alben voten des Jahres 2011. Wieder 10 Empfehlungen unserer Redaktion, die in aller Ohren sein sollten. Zumal eine Reihe davon nicht in aller Kritiker Munde waren, obwohl sie es verdient gehabt hätten. Machen wir also weiter in unserem zoolamar Poll, in dem bekannte Favoriten auf Außenseiter treffen und sich ein Stelldichein musikalischer Klasse geben. Mehr aus diesem reich gesegneten Musikjahr gibt es in Kürze hier.

Gus Black – The Day I Realized…: Unverzichtbar für Romantiker ist dieses kleine feine Werk des amerikanischen Songwriters, dem das Herzensbrecher-Album des Jahres gelang. So zart und hingebungsvoll mit allen Stimmungslagen hat keiner die Liebe besungen. Eine Huldigung voller Schönheit und Verletzlichkeit. Gänsehaut – Schwärm!

The Antlers – Burst Apart: Auch hier wurde wie bei Feist die Bürde eines großen Vorgänger-Werks mit Bravour gemeistert. Die Antlers schafften es sogar, dem Zauber von “Hospice” noch eine Spur überirdisches, elegisches Schweben mitzugeben. Neben Bon Iver das zweite große Album mit hinreißendem Falsett-Gesang.

Mick Harvey – Sketches From The Book Of The Dead: Der Namensvetter von Polly Jean war vielen eher als Sideman von eben PJ oder Nick Cave bekannt. Mit diesem exzellenten Storyteller-Soloalbum voller markanter Balladen setzte der Australier seine eigene beeindruckende Duftmarke.

Danger Mouse & Danielle Luppi – Rome: Ein höchst fruchtbare Kollaboration des gewieften Produzenten mit einem italienischen Filmkomponisten, die ein traumhaftes Morricone-Soundszenario entwarfen. Die brillant eingesetzten Gastsänger Norah Jones und Jack White heben diesen sinnlichen Soundtrack auf die Meta-Ebene. Bester Beweis das grandiose “The Rose With A Broken Neck”

Tom Waits – Bad As Me: 2011 wurde der geniale Songwriter in die “Rock and Roll Hall Of Fame” aufgenommen und mit seinem neuen Album rechtfertigte er jede einzelne Lorbeere für seine Loser-Litaneien. Wieder einmal rotzt und röchelt sich der Kult-Kauz jede Gefühlslage von den seelenvernarbten Stimmbändern. Allein für die Rotlicht-Ballade “Pay Me” müsste man ihm gleich das nächste Denkmal setzen.

Wilco – The Whole Love: Für einige das Album des Jahres und auch wir finden – trotz anders gesetzter Prioritäten – die ganz große Liebe zu Wilco, die zur großen Konstante des Alternative Rock avancieren. Mit dem 7minütigen “Art Of Almost” zum Auftakt und dem 12minütigen “One Sunday Morning” zum Abschluss setzten sie eine der beeindruckendsten Songklammern, die mir bei je zu Ohren gekommen sind. Chapeau!

Tu Fawning – Hearts On Hold: Auf Portland bleibt Verlass, wenn es um ambitionierten Progressive Rock geht. Corrina Repp und Menomena-Gitarrist Joe Haege setzten gleich zu Jahresbeginn ein irrlichterndes Ausrufezeichen mit gespenstischen Songs, die sich über alle Stilgrenzen hinweg setzten, mit Vielklang zu faszinieren wussten und aus jeder Genre-Schublade sprangen. So unberechenbar klang kein anderes Album 2011.

Anna Ternheim – The Night Visitor: Die junge Schwedin – Seit Jahren eine unserer Favoritinnen – hat sich auf dem hohen Niveau weiter entwickelt und in ihrer neuen Wahlheim USA die Fenster weit für Einflüsse von Folk und Country geöffnet. Was ihr emotionales Songwriting ein Stück weit erdet. Im Duett mit dem Tonmeister Dave Ferguson gelingt ihr beim Cover von “The Longer The Waiting, The Sweeter The Kiss” der mit Abstand schönste Love Song des Jahres.

Kate Bush – 50 Words For Snow: Vor diesem unerwartet brillanten Spätwerk der Queen of Pop kann man sich nur tief verneigen. Wie es Kate Bush hier gelingt, ein geradezu meditatives Wintermärchen unter die Menschen zu bringen, macht einen Staunen. Ein Album, dem man Zeit widmen sollte, weil es wächst und wächst und das Phänomen Kälte in einen Zauber von Wärme verwandelt.

Honningbarna – La Alarmane Ga: Die perfekte Platte für den wachsenden Protest der jungen Menschen in diesem Jahr – eine echte musikalische Occupy-Bewegung aus Norwegen mit der puren ungestümen Energie des Punk und mit kämpferischen Texten als scharfe Parolen gegen die Platitüden der Politik. Pogo mit Herz und Verstand!

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