Musik - 28.12.11 -

Toms Top-Alben des Jahres

Die herausragenden Alben 2011, Teil 2

Unsere Top Ten Alben des Jahres haben wir bereits vorgestellt bzw. noch einmal nachdrücklich in Erinnerung gerufen. Schon geht die Qual der exquisiten Wahl weiter mit den nächsten 10 Juwelen, die allesamt auch das Zeug haben, die vorderen Ränge zu belegen. Aber irgendwie muss man sich subjektiv ja mal entscheiden, was selten so schwer gefallen ist wie in diesem Jahr 2011 mit einer reichen Ernte an Klang-Kostbarkeiten.

Auch hier finden sich wieder eine Reihe von Werken, die auf anderen Bestenlisten nicht oder nur selten auftauchen. Was bei echten Krachern wie “Negative Liberty” von The Winchester Club oder einigen anderen nur verwundern kann. Statt Kopfschütteln verführen wir hier die Ohren zu besserem Wissen und machen Euch mit diesen Kleinoden bekannt, auf dass Ihr unsere Begeisterung teilt und weitertragt.

The Winchester Club – Negative Liberty: Grob fahrlässig von anderen, diese Postrock-Perle zu ignorieren. Diese metallischen Mantras gehören zum Besten, was das Jahr Intensivhörern zu bieten hatte. Instrumentierte Entschleunigung mit Sogwirkung. Ein Album, das sich in die Synapsen bohrt. Fantastisch!

James Blake – dito: Unbestritten einer der ganz großen Knaller des Jahres. Ein Sound-Trip der Extraklasse von einem jungen Briten, der mit faszinierenden filigranen Songtorsen das Electronica-Genre in die Zukunft führte. Im wahrsten Sinne des Wortes unerhört!

Gillian Welch – The Harrow & The Harvest: Auch 2011 war Neo Folk weiter auf dem Vormarsch. Gillian Welch gab dieser Art von erdverbundenem Storytelling die schönste Stimme und ein edles Gewand aus wunderbar warmherzigen Liedern. Akustikaura zum Ein-, Durch- und Aufatmen mit vielen ganz großen Songs und dem famosen “The Way It Goes”.

Fink – Perfect Darkness: Der Albumtitel ist ein Versprechen, das der Brite auf großartige Weise einlöst. Das Gemisch aus exzellentem Gitarren-Folk und Dub-Elementen zeitigt eine nie bittere Melancholie, getragen von Fin Greenalls schmeichelnder Stimme.

The Waterboys - An Appointment With Mr. Yeats: Dieses hervorragende Konzeptalbum ließ nach der Veröffentlichung der ebenfalls tollen “This Is The Sea” Piano Demos das Waterboys-Fan-Herz 2011 ein zweites Mal ganz hoch schlagen. Wie Mike Scott hier die Poesie des Literaturnobelpreisträgers in edlen epischen Rock gewandet, ist schlichtweg große und einfühlsame Musikerklasse.

Radiohead – The King Of Limbs: Die beste Band der Welt hätte selbstredend locker auch mit PJ Harvey um den Thron streiten können. Denn die Magie von Radiohead bliebt unerreicht. “Lotus Flower” brachte Thom Yorke gar das Tanzen bei und so zum Heulen schön existenzialistisch wie “Codex” kann nur Radiohead klingen. Wieder mal eine Bank.

The Middle East – I Want That You Are Always Happy: Das ist nun wirklich unfassbar, wie dieses brillante Folkwerk der Australier kollektiv überhört wurde. Eine der ganz großen Entdeckungen des Jahres voller filigraner Songs und von teilweise betörender Traurigkeit, dass es einem schier das Herz zerreißt. Hörpflicht!

David Lynch – Crazy Clown Time: Der Kultregisseur liefert uns mit seinem Debütalbum den ultimativen Soundtrack fürs Kopfkino. Dieser bizarre Psycho Blues ist das verquere Album, das man sich 2011 noch gewünscht hatte. Wie das Geständnis eines Cyberspace-Serienkillers, der die Gedanken der Menschheit mit der Gewalt des Wortes meuchelt.

Maggie Björklund – Coming Home: Diesem Americana-Geschenk der dänischen Pedal Steel Gitarristin habe ich über Wochen hin andächtig gelauscht und tue es immer wieder. Unterstützt von Koryphäen wie Calexico und Mark Lanegan spielte Maggie Björklund prärieweite Melodien in mein Herz. Da bricht der härteste Cowboy in Tränen aus.

Feist – Metals: Kaum ein Album wurde so kontrovers diskutiert und bewertet wie der Nachfolger zum großen Wurf “The Reminder”. Für meine Ohren eine wunderbare Platte, die von ihrer ungeheuren Zentriertheit lebt, ausgependelt von nachwachsenden Melodien, ganz Mitte und Hier und Jetzt, aufs Wesentliche konzentriert – auf Feists wunderbare Stimme, die sogar beim Runtersingen des Telefonuchs noch Magie entstehen lässt.

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