Musik - 27.12.11 -

Musik-Streaming-Dienste auf dem Vormarsch

Jeder Dritte hört Musik über PC, Laptop oder Netbook

Internetnutzung_nach_geschlechtNoch ist die Zahl der Musikstreamingdienste in Deutschland überschaubar. Doch ihre Zahl wächst. Damit auch die Konkurrenz unter den Diensten für mindestens 2,30 € pro Monat für den Einsteigertarif bis zu rund 10,- € pro Monat reichen die Angebote. Grafiker.de hat in einer umfangreichenInfografik, wie es sie zur Zeit in den USA für alles und jedes gibt, ein paar interessante Zahlen zusammengestellt.

Daraus kann man unter anderem ablesen, dass die gute alte Fernsehunterhaltung offenbar immer noch ihre Poleposition bei den Aktivitäten im Bereich Bewegtbild und Musik behauptet, gefolgt von klassischem Radio. Podcasts folgen auf Platz Drei. Doch im Kern der Betrachtung stehen last.fm, simfy & Co. Von den 28 % aller Internetuser, die Musikstreamingdienste benutzen lauscht die überwiegende Mehrheit kostenlosen Streaming-Angeboten (75 %) Nur 6 % zählen laut angaben von de.statista.com bislang zu den zahlenden Kunden der Musikstreamingdienste. An der mangelnden Auswahl von Musik kann das nicht liegen.

Allein last.fm als Streaming-Angebot der Major-Companies hat als Platzhirsch in Deutschland 65 Millionen Songs im Angebot. Dabei funktioniert das Angebot wie ein On-Demand-Radio. Der Nutzer wählt ein Genre oder einen Künstler aus und last.fm spielt passende Songs, ohne dass man einzelne Wunschtitel einzeln auswählt. Simfy.de geht einen etwas anderen Weg. Hier kann der Nutzer, wie bei allen Streamingdiensten in aktuellen Vorschlagslisten reinhören oder sich seine eigenen Playlists anlegen und abspeichern. immerhin 13 Mio. Songs sind auf diese Weise beim deutschen simfy im Repertoire.

Groveshark.com begrüßt den Nutzer wie eine Musiksuchmaschine und bietet dann die Top-Ten des jeweiligen Künstlers oder eine Artist-Radiostation an. Mit 2,30 € ist Groveshark zugleich der günstigste und schmuckloseste Anbieter. Hier kann allerdings jeder auch ohne Anmeldung direkt Musik hören. Napster.de ist vom Saulus zum Paulus geworden und rein preislich der Mercedes unter den Streamingdiensten. 7,95 € pro Monat für die Nutzung am PC oder sogar 12,95 € pro Monat für die Nutzung inklusiv Musik-Flatrate auf dem Mobiltelefon. Bei Napster ist ohne Registrierung kein Ton zu hören. Dafür stehen dem Nutzer als zahlendes Mitglied 15 Mio. Songs zur Verfügung.

Wenn man sich die Infografik ansieht stellt man schnell fest, das Groveshark mit seinem schmucklosen aber simplen Zugang weltweit die Nase vorn hat und auch in Deutschland bereits eine beachtliche Rolle spielt, was die Seitenzugriffe (lt. Alexa) betrifft.

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, wie sich die neue Konkurrenz mit Deezer.com und demnächst Spotify.com auf dem deutschen Markt schlägt. Eines ist jetzt schon klar, für die Künstler sind Streamingdienste ein zweischneidiges Schwert. Einerseits können sie die Populariät von Bands fördern, anderseits sind die Tarife, die pro gestreamten Titel abgerechnet werden so minimal, dass es sich für die eigentlichen Urheber der Musik kaum lohnt. Über diese Zahlen gibt die Infografik jedoch leider keine Auskunft.

 Infografik Musik-Streamingdienste



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