Musik - 04.09.11 -

Tolles Werk der Tuareg-Band

Tinariwen – Desert-Blues vom Feinsten

Auch wenn der Blues seine Heimat in den USA hat, liegt der Ursprung dieser Musik in Afrika. Nicht von ungefähr ist dieses Genre von Beginn an bis in die Gegenwart durch herausragende afroamerikanische Vertreter des Blues repräsentiert. Eine formidable Formation, die den sogenannten Desert Blues prägt, ist Tinariwen, die soeben ihr neues, mittlerweile fünftes Album “Tassili” via Cooperative Music veröffentlicht haben – eine akustische Perle der Stilrichtung.

Die aus der Sahelzone stammende, in einem libyschen Militärcamp gegründete Toureg-Band zählt wie Tamikrest zu jenen Wüstenbands, die afrikanische Tradition mit den Einflüssen westlicher Musik kreuzen und daraus eine intensiv wirkende, fast tranceartige Bluesmusik destillieren “Tassili” hat eine ähnliche Faszinationskraft wie die großen Werke von Ali Farka Tourè, das letzte Album “BKO” von Dirtmusic oder eben wie “Adagh” von besagten Tamikrest, die vor einem halben Jahr vorgelegt haben. Schwebende, vibrierende Bluessounds, die spannungsgeladen flirren und die Ohren umschwirren wie akustische Sinnestäuschungen.

Zu den prominentesten Fans dieser Band gehören echte Größen der Rockmusik wie Thom Yorke (Radiohead), Damon Albarn (Gorillaz), Carlos Santana oder auch Robert Plant (Led Zeppelin). Kein Wunder. Die Musik von Tinariwen ist so fein wie der weiße Wüstensand und so heiß wie die Mittagssonne der Sahara.

Es macht wenig Sinn, einen der 11 vortrefflichen Tracks herauszuheben, da Musik dieser Art ohnehin ihre volle Sogkraft entfalten kann, wenn man sich ihr am Stück öffnet. Wer sich einlässt auf diese nomadischen Soundlandschaften, wird mit einem seltenen Gefühl belohnt – wie sich Fremdartigkeit in Vertrautheit verwandelt. Eine bewusstseinserweiternde Angelegenheit also, die der Ohrtrommler nachdrücklich empfiehlt.

www.myspace.com/tinariwen

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