Musik - 10.07.11 -

Lou Rhodes und Andy Barlow wieder vereint

Give me 5 – Gelungenes Comeback von Lamb

Über 6 Jahre ist es her seit die britische Trip-Hop-Band Lamb eine künstlerische Pause ankündigte, die den endgültigen Split vermuten ließ. Aber nach einigen Soloprojekten von Lou Rhodes und Andy Barlow fand das Duo aus Manchester 2010 doch wieder zueinander und beschloss, ein neues Album aufzunehmen, das unter dem Titel “5″ jetzt vorliegt und nahtlos an die Zeit vor dem Break anknüpft.

Vom ersten Ton des Openers “Another Language” an ist sie wieder da, die Faszination der Stimme von Rhodes, die die irrlichternden Beats und Vibes und Samples von Barlow bindet und auf eine erhabene Ebene zieht. Das dazu passende Zeitraffer-Video im Koyaanisqatsi-Stil lässt dann auch im Schnelldurchgang die lange Zeit vergessen, die wir auf neue Songs von Lamb warten mussten.

Immer noch schwebt reichlich Geheimnis und Melancholie durch die Songs der beiden Musiker, die auf den 11 neuen Tracks eine gesunde Mischung aus Dynamik und Epik schaffen. Auf “5″ ragen einmal mehr die Hymnen heraus, die etwa die Hälfte des Albums ausmachen. “Wise Enough” und “Rounds” leiten das warme Wohlgefühl zwischen den etwas kühleren Songs ein bis sie zum Albumende hin ganz auf die Strahlkraft ihrer Balladen setzen. “Last Night In The Sky” hat das Potenzial von “Gabriel” und sehr berührend ist das darauf folgende “The Spectacle” geraten, auf dem Rhodes Stimme einmal mehr Garant für die gute alte Gänsehaut ist.

Den Schlusspunkt setzt das märchenhafte “Back To Beginning”, auf dem Lamb gesangliche Unterstützung von Songwriter Damien Rice erhalten haben, auf dessen drittes Album wir nun auch schon seit gefühlten Ewigkeiten warten. Jedenfalls sorgt er hier mit dafür, dass Lamb ein mehr als respektables Comeback gelingt, das mit jedem Hören gewinnt. Das zwölfminütige “Making Of”-Video zur Albumentstehung ist sehr aufschlussreich und wert, gesehen zu werden.

Mini-documentary about the making of the new album 5 from lamb-official on Vimeo.

Besonders erfreulich für die Fans von Lamb, dass es nach der langen Auszeit gleich doppelten Grund zur Freude gibt. Denn mit “Live At Koko” eröffnete die Band im Frühjahr 2011 seinem Publikum auch endlich den lange versprochenen Zugang zu nicht weniger hochkarätigem Live-Material. Hier verbreiten Lamb eine dichte transparente Klangatmosphäre, die sie hochgradig vibrierend und in den emotionalen Momenten fesselnd ist.

lambofficial.com



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