Musik - 27.03.11 -

Botschaft von Klaus der Geiger an Merkel, Mappus & Co.

Fukushima mahnt: Nein, nein wir woll’n nicht eure Welt

Bei der gestrigen Hauptkundgebung von “Fukushima mahnt” in Köln trat auch der in der Domstadt lebende Klaus der Geiger auf, der zu den bekanntesten Straßenmusikern Deutschlands zählt und auch mit seinen 71 Jahren noch ein musikalischer politischer Aktivist ist, der vor Leidenschaft gegen das Lügengesindel und Lobbygeschwindel der Macht opponiert. “Nein, nein, wir woll’n nicht eure Welt” ist der Titel des Liedes, mit dem er gegen alle Interessenvertreter und Volksverräter aus den Zirkeln von Politik und Wirtschaft agitiert.

Mit seiner obligatorischen Latzhose und der Geige wirkt der Bürgersteig-Paganini wie eine Anarcho-Ausgabe von Peter Lustig, der aber statt Kinderstunde Erwachsenen den Ernst der gesellschaftlichen Gemengelagen erklärt überall dort, wo es darauf ankommt, Stellung und Haltung zu beziehen gegen politisches Versagen und für Bürgerrechte. Das 2009 veröffentlichte Buch “Wir kennen alle das Paradies” versammelt seine wichtigsten Liedtexte, in denen er Missstände anprangert und den Obrigkeiten die Leviten liest, in seiner unverwechselbar rauhen, authentischen Art, die ihn als einer der ersten Wut- und Mutbürger des Landes ausweist. Das Vorwort hat übrigens der “BAPWolfgang Niedecken geschrieben, der am 30. März seinen 60. Geburtstag feiert. Bereits 1996 erzählte der mit bürgerlichem Namen als Klaus von Wrochem geborene Künstler über seine Erfahrungen als Straßenmusiker, die über einen Zeitraum von nunmehr schon 40 Jahren reichen. Seinerzeit schrieb kein geringer als der investigative Enthüllungs-Journalist Günter Wallraff das Vorwort, der auch immer da hin geht und hin sieht, wo es weh tut.

Nein, nein wir woll´n nicht eure Welt – Klaus der Geiger from Querdenker on Vimeo.

Klaus der Geiger steht in der Tradition von Politbarden wie Dieter Süverkrüp, Franz-Josef Degenhardt (Zeit mal wieder “Kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen” zu hören) und Wolf Biermann und tingelt quer durchs Land, um immer gerade da, wo eine starke Stimme gebraucht wird, die Gedanken des Widerstands gegen Ungerechtigkeiten und Unverantwortlichkeiten zu formulieren und vehement zu artikulieren. Ein Progressiver, dessen Augen listig funkeln gegen die Totengräber der Menschlichkeit und zugleich warmherzig lächeln für die, die mit Rückgrat und Anstand ums nackte Überleben kämpfen. Vor solchen Künstlern ziehen wir gerade jetzt einmal mehr den Hut. Also hört Klaus dem Geiger zu, lest seine Texte und unterstützt ihn, wo immer er auftritt.

Weiterhören: Dieter Süverkrüp, Franz-Josef Degenhardt, Wolf Biermann, Konstantin Wecker, Hans-Eckardt Wenzel, Hannes Wader

www.klausdergeiger.de

www.myspace.com/klausdergeiger

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