Umwelt - 26.03.11 -

Keine Entwarnung

Pazifik vor Japan verseucht, Lebensmittel verseucht, Kernkraftmitarbeiter verseucht

25 Jahre nach Tschernobyl ist Pripyat, 3 km entfernt, eine Geisterstadt.

Das kennt vermutllich jeder, man hört ein Lied und plötzlich läuft einem Gänsehaut über den Rücken. So ging es heute tausenden von Demonstranten in Köln, als sie das 25 Jahre alte Lied von Wolf Maahn „Tschernobyl, das letzte Signal” hörten. Wolf Maahn hat es heute bei der Anti-AKW-Demo in Köln gesungen.

Derweil überschlagen sich die Nachrichten aus Japan: Radioaktiv verseuchtes Wasser dringt aus den zerstörten Kernkraftwerken in Fukushima. Dieses Wassser ist 10.000 mal stärker verstrahlt als normal. Meerwasserproben im Pazifik weisen radioaktives Jod auf, das 1250 mal über dem Grenzwert liegt. Die neuesten Angaben aus Japan sprechen von 17 vertrahlten Arbeitern, die in den Katastrophen-Reaktoren gearbeitet haben. 17 Menschen, die nahezu sicher dem Tode geweiht sind. Inzwischen wurde auch in Deutschland und Österreich radioaktive Partikel in der Luft nachgewiesen, die nach Expertenmeinung aus Japan herübergeweht wurden. Darin Jod-131, Cäsium-134 und Cäsium-1237.

Die Frage, welche Folgen die radioaktive Verseuchung auf die Meeresflora und Fauna vor Japan und weit darüber hinaus haben wird, wird zur Zeit noch nicht einmal gestellt, geschweige denn beantwortet. Wer hat schon Gusto auf radioaktiv verstrahlten Fisch?

Physiker spielen weiter mit Massenleukämie. Irren ist zwar menschlich, doch hier passiert das nie.” singt Wolf Maahn in seinem Lied anlässlich der Tschernobyl-Katastrophe vor 25 Jahren. Wem das im Jahr 2011 immer noch unangenehm vertraut vorkommt, ist gut beraten, sich aus seiner Wohlstandsgemütlichkeit heraus zu bewegen. Wann, wenn nicht jetzt, soll unsere Bundeskanzlerin ihren Amtseid ernst nehmen und „Schaden vom deutschen Volk abwenden”?

Tschernobyl, das letzte Signal vor dem Overkill?

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