Musik - 10.10.10 -

Mollkommen!

Die schöne Traurigkeit des Überlebens: Dakota Suite

Dass der Suizid gefährdete Chris Hooson noch lebt und wir damit immer noch und immer wieder einen hoch sensiblen, hoch kreativen Songwriter bewundern können, verdankt er zum einen seiner tapferen Frau Johanna, die ihren depressiven, ständig am Verzweiflungsrand balancierenden Mann schützt, stützt und unterstützt. Das u.a. mit wunderbaren Foto-Dokumentationen der Einsamkeit, die in der Regel zu Albumcovern von Dakota Suite werden, der phänomenalen Band von Chris Hooson. Ein weiterer, bisher unbekannter Grund für dessen Überleben wurde jetzt im Zuge der Veröffentlichung des neuen Albums “Vallisa” bekannt, das unter dem Etikett Dakota Suite veröffentlicht wurde.

Der hat mit dem amerikanischen Cellisten David Darling zu tun, der seine Kunst zu diesem stillen, intensiven Live-Album beisteuert, auf dem der französische Pianist Quentin Sirjacq der Dritte im Bunde dieser berührenden akustischen Moll-Messe ist, die in der apulischen Kapelle Vallisa aufgezeichnet wurde (siehe Coverfoto).

Laut eigener Aussage von Chris Hooson ist Darlings Cellospiel wesentlich mit dafür verantwortlich, dass der bereits als Teenager zu Selbsttötungsabsichten neigende britische Songwriter sich mit Hilfe von Darlings Musik aus seinen lebensbedrohlichen Stimmungstiefs befreien konnte. Kaum zu glauben, wenn man den tief traurigen, melancholischen Celloklang vernimmt, der das Album durchzieht.

Im Juni 2010 äußerte sich Chris Hooson zu dieser für ihn außergewöhnlichen Begegnung mit dem von ihm verehrten David Darling, die sein Label Glitterhouse veröffentlicht hat: “Ich hoffe, man hört auf den Aufnahmen, was mit mir passierte. Es war der bewegendste, spirituellste und aufbauendste Abend meines Lebens. Was dort in der Vallisa Kapelle zu Bari mit Hilfe dieser zwei Männer geschah, wie mich jedes Mal wenn ich es höre bis ins Allertiefste berühren. Ich weiß, was es mich gekostet hat, bis dorthin zu kommen und ich bin mir sicher, daß mit David und Quentin auf einer Bühne musizieren zu können das Beste war, was ich je aus meinem bescheidenen Talent hätte machen können.”

Dem ist nichts hinzuzufügen. Diese moderne Kammermusik ist schlicht ergreifend – Mollkommen!

www.dakotasuite.com
www.glitterhouse.com

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