Der Grande wird 80
Glückwunsch Mario Adorf
Kaum zu fassen, dass dieser vitale und virile Mensch heute seinen 80. feiert – ein Phänomen: Mario Adorf. Der deutsche Film- und Fernsehstar mit den italienischen Wurzeln ist neben Götz George (1938) und Klaus Kinski (1926 -1991) einer der ganz großen und nachhaltig beeindruckenden Charakterdarsteller der vor 1945 geborenen Schauspieler – ein herausragender Akteur dieser Generation, der Filmgeschichte geschrieben hat mit seinen unzähligen Paraderollen, ob im Haupt- oder Nebenfach.
Adorf gehört zu den seltenen Erscheinungen und ganz wenigen Persönlichkeiten vor der Kamera, der man zutraut, wirklich jeden und alles verkörpern zu können. Was er in seiner langen Karriere umfassend bewiesen hat. Ob als Mörder oder Kommissar, als Unterweltboss oder Industrieller, als Gärtner des Papstes oder Schickeria-Gastronom, Mario Adorf bei seinem mal subtilen, mal herrlich direkten Spiel zuzuschauen bedeutet, alle menschlichen Wesenszüge, Verhaltensweisen, Gefühlslagen und -tiefen bis hin zu den seelischen Abgründen kennenzulernen und zu verstehen. Da bewegt sich der Mann auf dem Niveau von Robert de Niro, Al Pacino, Harvey Keitel oder Jack Nicholson.
Einer, dem es gelingt, selbst beim liebenswürdigsten Menschen noch einen kaum wahrnehmbaren Bruch oder Zweifel deutlich zu machen oder sogar dem verabscheuungswürdigsten Charakter noch einen Resthauch Menschlichkeit einzuatmen. Das macht ihn zu einem großen Künstler.
Und wenn es überhaupt eine Szene eines deutschen Schauspielers gibt, die ich mir wieder und wieder mit unsäglichem Vergnügen anschauen kann, dann die außerordentliche und schon fast beängstigend realistische Verkörperung von Macht durch Geld in der Kult-Serie “Kir Royal” von Helmut Dietl, wo er Franz Xaver Kroetz alias Baby Schimmerlos die Unausweichlichkeit von Käuflichkeit demonstriert.
“Ich scheiß Dich sowas von zu mit meinem Jeld…”
Herzlichen Glückwunsch Mario Adorf! Und noch herzlicheren Dank!
Ähnliche Artikel:
- Martin Scorsese setzt Ex-Beatle George Harrison ein Filmdenkmal
- Die Grünen und das neue Urheberrecht
- Haste mal ein Leben für mich?
- Tiefe Trauer um Regisseur Theo Angelopoulos


Deutsche TV-Premiere
Berlin lebt
Tönendes Poesialbum















