Musik - 05.09.10 -

Frankreich boomt

Spleenige Fantasy-Pop-Chansons von Verone

Was ist bloß mit den Franzosen los? Seit Wochen stoßen wir im Mutterland des Chansons auf musikalische Entdeckungen, die sich vom Kernzentrum der französischen Musikkultur entfernen oder ihr neue Impulse geben. Es ist gerade zu so als würde die Grande Nation erstmals so richtig über den Tellerand der eigenen Identität schauen und begreifen, dass die Welt voller Ideen und Einflüsse ist, die hoch kompatibel mit der musikalischen Tradition und Sozialisation sind.

Das bringt dann ganz erfreuliche Werke zu Tage, wie wir sie in letzter Zeit hier auf zoolamar vorgestellt haben. Von Isaya, Gaïo über Ben L’Oncle Soul und Zaz bis hin zu Kad und Coeur de Pirate. Heute ist es eine Band namens Verone, die uns mehr als angenehm mit ihrem Tun überrascht. Und mit einem Album, das mit dem ungewöhnlichen Titel “La Fiancée Du Crocodile” auch gleich die Richtung vorgibt: Spleenig-verrückt.

Binnen 41 Minuten entfalten Verone ein sehr eigentümliches Universum an Pop-Musik, das zwar kindlich verspielt ist, aber dabei ganz erwachsene Züge von Folk-Pop-Verständnis verrät. Das ergibt eine sehr originelle Mischung an Pop-Songs, die jenseits jedweder Einordnung stehen. Eine stilistische Eigenständigkeit also, die aufhorchen lässt. Da es an dieser Stelle wenig an Querverweisen oder Zitierbarem gibt, hier lediglich der Verweis, sich selbst ein Urteil zu bilden. Der Ohrtrommler jedenfalls ist angenehm überrascht und angetan von den musikalischen Spleens, die Verone austoben. Das ist nichts fürs schnöde Nebenher Hören, sondern verlangt schon intensive Aufmerksamkeit. Für mich persönlich immer ein Qualitätsargument. Aber hört selbst, was diese französischen Fantasten zum Besten geben.

veronemusic.free.fr
www.myspace.com/veronemusic



Kommentar schreiben