Musik - 26.08.10 -

Deutsches Urgestein 2

Achim Reichel zieht brillant Bilanz

Achim Reichel ist der erste, der mir (zusammen mit Rio Reiser selig!) in den Sinn kommt, wenn man mich fragt, wer neben Übervater Udo Lindenberg die deutsche Rockmusik maßgeblich geprägt und beeinflusst hat. Über mittlerweile fast fünf Jahrzehnte bereichert Reichel mit vielen vielen mitreißenden Liedern das Genre und wie der große Udo ist auch er ein echtes Bühnentier, eine richtige Rampensau. Ja dieser andere (zugereiste und herzlichst einverleibte) Hamburger Junge liegt in meiner Gunst und in der vieler anderer  - bei allem gebotenen Respekt weit vor Grönemeyer, Westernhagen und Maffay. Vielleicht einfach, weil da auch ein stück mehr Sympathie für den mitschwingt, der den ganz großen Durchbruch nie geschafft hat (obwohl “The Witch” von den Rattles war ja ein Riesending!).

Der immer noch mit jugendlichem Aussehen und Charme gesegnete 65-jährige  ist so etwas wie das männliche Pendant zu Inga Rumpf, diese großartige Sängerin mit der fantastischen Stimme, die auch immer unter Wert gelaufen ist. Wie dem auch sei. Achim Reichel hat seit langem eine treue Fangemeinde und die schwört auf seine Songs und nicht zuletzt auf seine Performer-Qualitäten, die immer wieder bei ihm zu tollen Konzert-Erlebnissen führen, weil es der Mann versteht, seine Liebe zur Musik zu einem Fest für alle zu machen. Nachzuhören u.a. auf “100% Leben”, dem Doppelalbum, auf dem die Höhepunkte seiner Jubiläumskonzerte zum 40. Jahrestag des Bühnenlebens von Achim Reichel hautnah und fesselnd festgehalten sind.

Am 15. Oktober legt der ursympathische Vollblutmusiker nun mit “Solo für Euch – Mein Leben Meine Musik Gesungen Und Erzählt” ein weiteres Live-Doppelabum nach, auf dem Achim Reichel seinen Weg in biografischen Texten und ausgewählten Songs für die Fanschar nachzeichnet. Mit diesem Konzept war und ist Reichel erfolgreich auf Tour. “Willkommen zu einem etwas anderen Konzert” lädt er zu einer Reise durch seine Welt ein und ich kann allen Liebhabern deutschsprachiger Musik nur dringend raten, sich darauf einzulassen. Denn wer Achim Reichel nicht kennt bzw. kennenlernt, versäumt einen der wichtigsten Musiker dieses Landes. Er ist so etwas wie der FC St. Pauli der Songwriter-Bundesliga. Nicht gerade der Bekanntheitschampion, aber dafür ein echter Publikumsliebling, ein wahrer Meister der Herzen, weil er stets ehrliche, engagierte Arbeit abliefert auf dem Kiez seiner Kunst.

Sagen wir ihm also, wie gern wir ihn haben, einmal mit seinen eigenen Worten: “Aloha (hawaiianisch für Liebe und Zuneigung) Heja He” und einmal waterkantgemäß mit der der guten alten Freddy Quinn Zeile: “Junge, komm bald wieder.”

www.achimreichel.de

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