Musik - 23.08.10 -

Roots-Musik vom Feinsten

Die New Orleans Erlebniswelten des Dr. John

70 Jahre alt wird Dr. John alias “Mac” Rebennack am 21. November und feiert zugleich sein 50. Bühnenjubiläum. Keine Frage, dieser Mann ist eine Institution und – im wahrsten Sinne des Wortes – ein musikalisches Schwergewicht. Der in New Orleans lebende, New Orleans liebende und seiner Geburtsstadt stets würdevoll huldigende Dr. John ist die gute Seele des Big Easy, die sämtliche Musik-Stile der Mississippi-Metropole verkörpert. Wie der große Strom scheinen sich alle Einflüsse von Blues, R&B, Psychedelic Rock, Jazz, Voodoo Sounds, Rock’n'Roll, Latin, Creole und Soul in diesem Mann wie in einem Delta zu versammeln und Dr. John kanalisiert das alles in großartigen Alben, die so farbenfroh sind wie er und so viel Energie und Lebensfreude ausstrahlen. Wie auch auf seinem neuen Werk “Tribal.”

Der Albumname ist gut gewählt, beschreibt er doch die Stammeszugehörigkeit von Dr. John, der musikalischer Häuptling, Voodoo Zauberer und Medizinmann des Musik-Stammes New Orleans in Personalunion ist. Und das demonstriert und zelebriert er auf “Tribal” einmal mehr in beeindruckender Weise. “Feel Good Music” lautet der Eröffnungstitel, der programmatisch zu verstehen ist, denn 16 Tracks lang verbreitet Dr. John dieses Wohlgefühl auf perfekte Weise. Mit der ganzen stilistischen Bandbreite, die ihm zur Verfügung steht. Der Altmeister zieht sämtliche Register seines Musik-Magiertums, verflicht Bluesgrooves und funky Rhythmen mit jazzigen Motiven, Soul- und Latin-Feeling. Mardi Gras und Voodozauber inklusive, das man glaubt, in New Orleans an einer belebten Straßenecke zu stehen und ein Roots Deja Vu zu erleben.

Dabei schlägt der Pianist und Sänger mühelos den Bogen zum Beginn seiner Karriere als “Night Tripper” über seine Jazz-Klassiker Referenzen Ende der 80er Jahre bis zu seinen fantastischen Crescent City Hommagen “Goin´Back to New Orleans,” “Nawlinz, Dis, Dat Or d’ Udda” und “City That Care Forgot“, das er seiner Stadt nach der Katrina-Katastrophe widmete. Möge uns dieser Mann noch lange begleiten und mit solch großartigen Alben beglücken, die wahrhaftig Kulturgut sind, weil Dr. John darauf ursprüngliche Musikkultur pflegt und belebt.

Ähnliche Artikel:



Kommentar schreiben