Schräge Rock-Vögel
Adrenalin-Attacke: Tweak Bird
Caleb – Guitarbs, Ashton – Drumbs. So kurz und knackig wie der persönliche Steckbrief von Tweak Bird auf ihrer myspace-Seite, so zackig ist der erfrischende Indierock, den die Gebrüder einem in die Synapsen blasen. Herrlich, endlich mal wieder ein Album zu hören, das so voll das Gitarrenbrett ins Gehör hält. Voller Wucht, aber auch mit viel melodiösem Feingefühl platziert das Duo aus Illinois seine Adrenalin-Attacken. Wie auf dem Cover angedeutet, geben Tweak Bird richtig Gas, auch bei den Aufnahmen. Binnen nur einer Woche war das von Dale Crover (Melvins) und Toshi Kasai (Big Business) produzierte Debüt der schrägen Vögel im Kasten, das am 27. August via Souterrain Transmissions den Weg zu den Volume Dealers findet.
Dieses Debütalbum klingt so schnell und frisch und frech, als wäre es gerade eben von zwei rotzig-trotzigen Halbstarken in der Garage aufgenommen worden, in dem der Chrom des Cover-Bikes vor sich hin glänzt. Und diese Garage könnte bei genauerm Hinhören durchaus in Seattle stehen. Denn Tweak Bird haben offenbar eine Menge Grunge im Blut. Die erste Single “A Sun/Ahh Ahh” erinnert mich verdammt an das hervorragende, leider kaum bekannte erste Album der Grunge-Band Sugartooth (sollte man als Anhänger des Genres unbedingt mal gehört haben). Allerdings setzen die Brüder Bird hier mit ihrem verblüffenden Saxophon-Akzent aus der Kanne von Gastmusiker John McCowen noch einen drauf. Dieser Jazz-Exkurs gibt dem Song eine fette Würze, der ihn gleich weit über Durchschnitt erhebt. Das klingt auch etwas nach dem jazzigen Postpunk der schmerzlich vermissten Morphine.
Tweak Bird – A Sun / Ahh Ahh by souterraintransmissions
Auch ein Hauch Mother Love Bone durchzieht die Songs der Tweak Birds und dann kommt da noch die Assoziation an Black Sabbath auf dem Teilchenbeschleuniger. Denn der Gesang hat was von unserem alten Lieblings Rock-Paranoid Ozzy Osbourne. Aber diese heftigen Gitarrenläufen und schweren Drumgeschützen lassen sogar den Prince Of Darkness alt aussehen. Die Tweak Birds setzen auf wenige wütende Akkorde, die wie Peitschenhiebe knallen und im Drei-Minuten-Takt zornige kleine Biester aus den Saiten und Sticks knallen.
Besonders reizvoll ist der Kontrast aus den scharf schneidenden Heavy Metal-Riffs, dem Gesang in hohen Stimmlagen und den subtil in die Stücke eingewobenen Jazzfragmenten. “Flyin´High” beispielsweise bringt sich über tonnenschwerem Rhythmus die Flötentöne bei. Sehr geil! Mal wieder ein Beweis dafür, wie wenig es manchmal braucht, um etwas Besonderes zu schaffen. Man muss es nur richtig verknüpfen wie die Tweak Birds. Leider ist der kurzweilige Spaß auch nach 10 Tracks schon vorbei. Das Finale setzt noch mal einen flammenden Saxophon-Akzent und verweist dabei abermals auf Morphine sowie auf die edle Prog-Quelle Van Der Graaf Generator. Ganz großes Kino zum Ende!
Den Tweak Birds gelingt es in der Rekordzeit von nur knapp einer halben Stunde mir vollen Respekt und Bewunderung abzufordern und den unbedingten Wunsch auszusprechen, bald mehr von ihnen zu hören. Fantastisches Rockalbum!
www.myspace.com/tweakbird


Feines Folkalbum
Video des Tages
Neues Album der Punk-Pop-Pioniere
















