Kelis reloaded
Will.i.am sieht in Kelis so viel Potenzial wie in den Black Eyed Peas
Während sich in den USA wichtige Medien wie People, Billboard-Magazin oder Entertainment Weekly geradezu in Lobeshymnen für das aktuelle KELIS-Album FLESH TONE überschlagen, lassen der plötzlich erkaltete Sommer und vor allem das tragische Unglück bei der Duisburger Loveparade die Tanzflächen der Republik augenblicklich etwas ruhiger erscheinen.
Dennoch verdient das Album FLESH TONE durchaus, dass man sich die neun Tracks mal um die Ohren wehen lässt. Produziert beim Label von Kelis Bewunderer Will.i.am gemeinsam mit Größen wie David Guetta, Boys Noize, Free School, DJ Amma, Burnz und Benny Benassi vereint der Longplayer ja auch wirklich fast alle, die Rang und Namen in der Dance-Szene haben.
Das Resultat dieser Kolaboration heißt FLESH TONE, weil Kelis unbedingt ihre animalische Seite präsentieren wollte: “Es geht um Fleisch und Blut, um das Leben selbst, wenn man so will.” so die Sängerin. “Und auch musikalisch geht es um Körperlichkeit und natürlich um den Schweiß, den man auf der Tanzfläche verliert.”
Videokritik
Dass Kelis “tierische” Instinkte anspricht, hat vor allem damit zu tun, dass sie letzten Sommer ihren Sohn Knight zur Welt gebracht hat. “Diese Erfahrung hat mein Leben und meine Sicht der Dinge verändert. Die Einstellung zum eigenen Körper … Es war toll, diese vollkommen neuen Emotionen in die Musik einfließen zu lassen.”
Seit dem letzten Charterfolg von Kelis mit KELIS WAS HERE vor vier Jahren hat sich in ihrem Leben tatsächlich eine Menge geändert: Kelis hat sich von NAS scheiden lassen, ist Mutter geworden und – man glaubt es nicht – schreibt zur Zeit an ihrem ersten Kochbuch.
Das Rezept für FLESH TONE kann man getrost als gelungen bezeichnen, wenn auch dem ein oder anderen die Mischung der Zutaten Pop und Club nicht ganz schmecken mag (siehe Videokritik). Aber auch wenn Kelis nicht mehr vorrangig über die Hip-Hop Lieblingsthemen Sex und Geld singt und sich dabei (Milkshake) lasziv durchs Bild räkelt, performt sie jetzt als überzeugende Disco-Diva.
Das Mastermind der Black Eyed Peas will.i.am liegt Kelis in jeden Fall zu Füßen: “Kelis war immer so eine Art Geheimtipp: Die coolen Kids kannten alles von ihr, während ein Großteil der Leute wohl nur MILKSHAKE gehört hat. Wenn man sie jedoch mit einem Kleidungsstück vergleichen müsste, wäre sie definitv das ultimative Lieblingspaar Schuhe oder der schönste Mantel, den man besitzt – auf jeden Fall High Fashion und unersetzlich. Dabei könnte sie noch viel größer sein. Ich glaube, dass Kelis genauso groß wie die Black Eyed Peas sein könnte, wei sie sich und ihren Fans stilistisch immer neue Türen geöffnet hat.”
Gerade gestern öffneten sich für Kelis die Türen zur New York Times für ein Interview, in dem die Sängerin vor allem über ihre Leidenschaft für’s Kochen erzählt.


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