Umwelt - 28.07.10 - JJ

Kostbar und knapp

Menschenrecht auf Wasser mit großer Mehrheit bei der UN verabschiedet

Über eine Milliarde Menschen weltweit, haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Demgegenüber werden in den Industrienationen täglich mehrere Tausend Liter des wertvollen Nass pro Person (4.000 Ltr./Person in Deutschland) verbraucht. Heute erklärten de Vereinten Nationen den Zugang zu Wasser zum Menschenrecht.

Wasser - kostbar und knapp

© Pink Sherbet Flickr cc

In den Regionen der Welt, in denen der Zugang zu sauberem Trinkwasser eingeschränkt ist, erlangen immer häufiger global agierende Unternehmen wie Nestlé wirtschaftlichen Einfluss auf den lokalen Wassermarkt. Dort werden teils mit den Ärmsten der Armen Geschäfte gemacht. Zudem beuten diese Unternehmen Wasserreserven häufig in einem Maße aus, das eine Senkung des Grundwasserspiegels in der betroffenen Region zur Folge hat.

Nestlé kontrolliert beispielsweise in Pakistan bereits über 50% des Marktes.

Seit Jahren ringen zahlreiche Organisationen weltweit um die Anerkennung eines Menschenrechts auf Wasser. Ihnen geht es dabei vor allem um die Anerkennung der Auffassung, dass Wasser keine Handelsware sein darf. Der Zugang zu Wasser darf, so die Antragsteller bei der UN, nicht privatwirtschaftlich kontrolliert werden sondern muss demokratischer Kontrolle unterliegen.

Aus einer Studie von Nils Rosemann (2005):
In der Region Lahore zum Beispiel gewinnt die Nestlé-Fabrik Wasser aus einer unterirdischen Quelle und verursache dadurch eine Senkung des Grundwasserspiegels um mehrere Meter pro Jahr. Dadurch haben Tausende von Menschen immer grössere Probleme, in ihren Brunnen Wasser zu finden.

Heute haben die Vereinten Nationen Wasser zum Menschenrecht erklärt. Der Antrag wurde von Bolien eingereicht und von 33 weiteren Staaten unterstützt. Die UN hat die Resolution ohne Gegenstimmen verabschiedet. Einige Staaten enthielten sich der Stimme.

Über die Zusammenhänge von Wasservorkommen, Brunnenbohrungen, Grundwasserabsenkung, Wasserexporte und den Kampf von David gegen Goliath informiert Jean Ziegler (UN) über den internationalen Freihandel und seine Auswirkungen. Im Zentrum der Betrachtung steht der Lebensmittelkonzern Nestllé.

Ausschnitt „We Feed The World”

Wer mehr über das Thema Wasser und Konzern wissen will, dem seien diese beiden Filme We Feed The World ,aus dem unser Video-Ausschnitt stammt, von Erwin Wagenhofer und Flow (Link zum Film in voller Länge) von Irena Salina empfohlen. Besser als jeder Text informieren die Bilder aus den von Wasserknappheit betroffenen Regionen, warum gerade dieses Menschenrecht so unschätzbar wichtig für die Betroffenen ist.

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