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Loveparade, das große Geschäft mit den 21 Toten
Während sich Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller, die Stadt Duisburg und die Polizei auf umfangreiche Prozesse vorbereiten, schlagen große Medienhäuser und honorige Leitmedien jetzt hemmungslos Profit aus dem Tod und dem Leiden der Raver.
Der Schrecken und die Trauer sind gerade für die großen Zeitungen und Portale jetzt das perverse Kapital, um online ihre marktverdrängende Macht auszuspielen.
In selbst für die Yellow-Press besonders geschmackloser Weise, nutzen einige Verlagshäuser, darunter BILD, der Kölner Stadtanzeiger sowie das Nachrichtenportal T-Online die Suche bei Google nach Begriffen wie “Loveparade” oder “Loveparade Duisburg” für bezahlte Suchergebnisse.
Mit werbenden Anzeigentexten wie „Todesopfer Loveparade, Loveparadebesucherin erlag ihren Verletzungen. Mehr auf Bild.de, www.Bild.de/Opfer_Loveparade” preisen die großen Medienhäuser ihre Portale an. Für einen Clickpreis zwischen 0,14 und 0,26 € leitet Google Besucher, die auf die Anzeigen klicken auf die jeweilige Seite.
Mit dem vielbeschworenen Qualitätsjournalismus, der die Rechtfertigung für Sonderrechte wie das geplante Leistungsschutzrecht sein soll, hat das schon längst nichts mehr zu tun. Nun mag mancher von Blättern wie dem Springerflaggschiff nichts Anderes erwarten, dass sich jedoch auch ein ehemals staatlches Unternehmen, das sich übrigens noch immer zu rund 30 % im Besitz der Bundesrepublik Deutschland befindet, der Monopolist Deutsche Telekom an dieser Art von Niveausenkung beteiligt, ist ein neuer Tiefpunkt im Wirtschaftsleben der Repubik.
Dank an den Bildblog, der uns auf diese Anzeigen aufmerksam gemacht hat.



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