Musik - 26.07.10 -

Marek macht Druck

Konzertveranstalter bezeichnet Loveparade Unglück als Verbrechen

Polizeiaufgebot bei der Loveparade 2010Am Tag zwei nach der Katatrophe in Duisburg, wo während der “größten Party der Welt” 19 Menschen ums Leben kamen, wird die Beweislage zu den Vorfällen immer undurchsichtiger, die Anklagen gegen die Veranstalter immer lauter.

Deutschlands führender Konzertveranstalter, Marek Lieberberg, findet scharfe Worte der Kritik und bringt die Summe de Vorwürfe in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung auf den Punkt: “Befruchtet haben sich die Geltungssucht der Lokalpolitik, die Profitsucht der Veranstalter, auf beiden Seiten gut gedüngt durch totalen Amateurismus. Das ist kein tragisches Unglück, sondern ein Verbrechen“.

Auch der frühere Veranstalter der Loveparade Dr. Motte kritisiert die Veranstalter für ihre mangelnden Sicherheitsvorkehrungen: “Das Gelände abzusperren war ein Fehler. Die Loveparade war immer offen für alle in Berlin, mit Rückzugsmöglichkeiten in den Tiergarten”

Inzwischen plant die Stadt Duisburg eine Gedenkfeier für die Opfer. An forderster Reihe in der Kritik steht Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der inzwischen seinen Rücktritt nicht mehr ausschließt: “Gestern und auch heute ist die Frage nach Verantwortung gestellt worden, auch nach meiner persönlichen. Ich werde mich dieser Frage stellen, das steht außer Frage”, so Sauerland.



Kommentar schreiben