Der große Staubsauger
Loveparade: Polizeibeamte sprechen von Vertuschung
Wie SPIEGEL onine berichtet, sollen alle verfügbaren Unterlagen zur Organisation der Loveparade wie zum Beispiel Einsatzbefehle, Lagemeldungen, Skizzen des Geländes sowie E-Mail-Korrespondenz bei der Bundespolizei gelöscht worden sein.
Ein Beamter wird mit den Worten zitiert: Da kam sehr schnell der ganz große Staubsauger”, der von einer abgestimmten “Vertuschungsaktion” spricht.
Bei der heutigen Pressekonferenz hatte der stellvertretende Polizeipräsident von Duisburg Detlef von Schmeling – immer unter Berufung auf die anstehenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft – nichts zur Aufklärung der Vorgänge beigetragen. Eine Bemerkung über die Bewertung der Ereignisse von Seiten der Polizei läßt jedoch aufhorchen: „Die Polizei hat den ganzen Tag regelnd eingegriffen. Eine Massenpanik ist ein wertender Ausdruck über das Geschehen. Mein Eindruck bestätigt eine Massenpanik nicht.”
Immer mehr Widersprüche zwischen Augenzeugenberichten und der offizellen „Lesart” durch Polizei und Behörden tauchen auf. Die Polizei gibt an, keines der Opfer sei im Tunnel zu Tode gekommen. Alle Todesfälle hätten sich am westlichen Ende des Tunnels ereignet. Menschen, die dabei waren, schildern das ganz anders und erheben zum Teil schwere Vorwürfe gegen die Ordnungskräfte. Eine lückenlose Aufklärung wird schon jetzt, vor allem wenn sich die Vernichtung der Einsatzunterlagen bestätigt, immer schwieriger.
Augenzeugen kann man nur raten, ihre Wahrnehmung, auch wenn es extrem schmerzlich ist, aktiv zu Protokoll zu geben.
Alternativ können sich Besucher der Loveparade per E-Mail direkt an den Oberbürgermeister der Stadt Duisburg Adolf Sauerland wenden: a.sauerland@stadt-duisburg.de oder direkt an die ermittelnde Staatsanwaltschaft Duisburg wenden und dort ihren Beitrag zu einer lückenlosen Aufklärung leisten.


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