French Feeling 1
Das Herz an Coeur De Pirate verloren
Auf die selektive Wahrnehmung ist doch Verlass. Kaum freut sich der Ohrtrommler auf einen bevorstehenden Provence-Urlaub, wird er auch schon auf betörende französische Klänge aufmerksam. Die allerdings ihren Ursprung in Kanada haben, genauer gesagt in der französisch-sprachigen Metropole Montreal. Die musikalische Entdeckung trägt den Namen Coeur De Pirate, und um auch hier genauer zu sein, verbirgt sich dahinter die junge hübsche Songwriterin Béatrice Martin. Gerade mal 19 Jahre alt ist die Sängerin und Pianistin, die bereits im Alter von drei Jahren das Klavierspiel erlernte, fünf Jahre lang ein Konservatorium besuchte und in Kunst, Literatur und Kommunikation abschloss. Ein cleveres und frühreifes Girl, dessen zarte Kompositionen auf ihrem Debüt dementsprechend souverän klingen.
Das allerdings stammt bereits aus dem Jahre 2008 und wird erst jetzt in Deutschland veröffentlicht. Was angesichts der Qualität des Albums schon erstaunlich ist. Da haben hierzulande wohl einige zu lange auf den anglophil orientierten Ohren gesessen. Denn immerhin erreichten zwei Singles von Coeur De Pirate innerhalb eines halben Jahres die Top Five der französischen Charts. Mit der sehr gelungenen Melancholie-Melodie von „Comme Des Enfants” schafte sie es auf Platz 4.
Das Duett „Pour Un Infidèle” mit Julien Doré enterte im März dieses Jahres sogar die Top-Position der Hitliste. Umso schöner, dass man jetzt auch hierzulande diese zauberhaften Songs genießen kann, auf der die damals erst 17jährige durchgängig zu überzeugen weiß mit ihrer sympathischen Mischung aus verträumter Romantik und Jungmädchen-Charme. Unter den 13 Songs sind ganz bravouröse Beweise des musikalischen Talents der Kanadierin. Wie etwa dem schön instrumentierten Rondo „Fondu Au Noir,” das einen auf Anhieb einnimmt für diese Songwriterin. Die Zartheit erinnert teilweise an die guten ersten Alben einer Sophie Zelmani.
2007 war Béatrice Martin übrigens kurzzeitig Keyboarderin und Sängerinder Band Bonjour Brumaire. Nachdem sie im Folgejahr aber ein paar eigene Titel auf myspace eingestellt hatte, erfuhren ihre Songs so große Resonanz, dass sie sich kurzerhand zur Solokarriere entschloss. Eine kluge Entscheidung, wie wir jetzt nachhören können auf einem der besten französischen Alben der vergangenen Jahre. Das könnte die Charlotte Gainsbourgh Kanadas werden. Das Piratenherz von Martin hat mein Herz jedenfalls im Sturm erobert. Hohe Ansteckungsgefahr!
www.coeurdepirate.com
www.myspace.com/coeurdepirate


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