Großer Wurf
Scissor Sisters liefern die Gay-Version von Sticky Fingers
Um ihr neues Werk „Night Work“ ranken sich schon vor seiner Veröffentlichung wilde Storys. So soll der Scissor Sisters Gitarrist Babydaddy das fertig abgemischte Album Elton John vorgespielt und sich vom Altmeister des Arrangements eine herbe Kritik eingefangen haben. Sir Elton kommentierte, wie in der Times zu lesen war: „This isn’t it, this isn’t the record. It’s just not right.”
Das hat offenbar so tief gesessen, dass die Band beschloss, das komplette Album zu verwerfen und noch einmal ganz von vorn zu beginnen.
Nicht gerade leicht, wenn man sich nach über vier Jahren Abstinenz vom Musikmarkt entscheiden muss, was gut genug für die Nachfolge des sehr erfolgreichen Albums Ta-Dah mit der Nr.1-Hitsingle „I Don’t Feel Like Dancin“ ist.
Die Scissor Sisters waren für Night Work in London, auf den Bahamas und in ihrer Heimatstadt New York im Studio. Night Work ist ein Dance-Album, aber nicht alles ist elektronischer Sound.
„Night Work zeigt uns ganz in unserer Quintessenz, wer wir wirklich sind“, sagt Sänger Jake Shears. Zum ersten Mal haben die Scissor Sisters mit einem anderen Produzenten gearbeitet. Sie rekrutierten Stuart Price (The Killers, Madonna) als Co-Produzent. Nach ihrer Tour mit seiner Band Zoot Woman im Jahre 2004 in England schließt sich nun also der Kreis.
Im letzten Monat waren die Scissor Sisters beim SXSW in Austin, Texas und haben das neue Material zum ersten Mal live vorgestellt. Die Reaktionen waren überwältigend und Ausschnitte der Show kursierten Stunden später bereits im Netz. Die Kritiker sind sich einig, dass die Scissor Sisters 2010 wieder für Aufsehen sorgen werden.
Kommendes Wochenende steht für die Band erneut ein wichtiger Termin an. Die US-Band wird beim angesagten Glastonbury Festival am 26. Juni vor Headliner Muse performen und ist extrem aufgeregt wegen dieses Gigs.
Gegenüber Gigwise bekennt Jake Shears: “We are so fucking lucky. To be able to play the slot that we have on the main stage at Glastonbury is like…I just feel completely blessed, I mean it’s just amazing,” (Wir sind so verflucht glücklich. Die Möglichkeit zu haben auf der Hauptbühne in Glastonbury zu spielen ist wie … ich fühle mich einfach total vom Glück verwöhnt, ich meine, das ist einfach Wahnsinn.)
Eine erste „Nachtarbeit” hat zu Tage gefördert, dass Night Work ein durchgängig danceorientiertes Album ist, mit dem die Scissor Sistors gekonnt an ihr ureigenen Qualitäten anknüpfen. Die Fotographie für das Album-Artwork, die einen wohlgeformten Tänzer sehr sexy in einer hauchdünnen Trainingshose zeigt, stammt von Robert Mapplethorpe und definiert damit sowohl Anspruch als Inhalt dieses Werks. Spontan kommt einem sofort ein anderes, unvergessenes Album in den Sinn: Sticky Fingers von den Rolling Stones. Während bei den Stones der Macho-Man zeigt, was er hat, ist Night Work die Gay-Version in Sachen hüftkreisender Sound.
Jake Shears und die Scissor Sisters haben für Night Work Schmutz, Begierde und pure Lebenslust auf suchterzeugende Weise vereint. Ab 25. Juni auch in Deinen Nächten.
Und hier noch die Videozugabe!
Ähnliche Artikel:
- Martin Scorsese setzt Ex-Beatle George Harrison ein Filmdenkmal
- Scorpions feiern den Abschied vom Abschied mit „Comeblack”


Video des Tages
Hommage an die große Lyrikerin
Beth Ditto macht uns die Madonna

















