Musik - 27.05.10 -

Mainstream oder nicht

Die Wise Guys wollen sich öfter im Radio hören.

Die deutsche A-Capella-Band – bestehend aus Daniel Dickopf, Edzard Hüneke, Marc Sahr sowie Ferenc Husta und Nils Olfert – zählt zwar zu einem der erfolgreichsten deutschen Live-Acts, wird im Hörfunk jedoch noch außen vorgelassen. Warum dies der Fall ist, wissen die Jungs, die ihre Popmusik ohne Instrumente machen, selbst nicht.

„Ich habe gerade mit einem Radiomoderator aus Schleswig-Holstein darüber gesprochen und der meinte zu mir: ‚Eure Musik ist Top, aber eben nicht im Bereich des Mainstreams einzuordnen.‘ Tja, das wird vom Großteil der Radiosender so gesehen“, verrät Olfert im Gespräch mit ‚Planet-Interview.de‘. Sahr glaubt jedoch, dass Mainstream-Musik schwer einzuordnen sei – genau wie der Vokal-Pop ihrer Gruppe. „Es ist schwierig die zuständigen Musikredakteure davon zu überzeugen, dass wir eben doch in den dehnbaren Begriff des Formatradios reinpassen“, meint der Sänger dazu. „Das ist ja heutzutage alles Formatradio, wobei dieser Begriff ganz schwer zu packen ist. Irgendwie flutschen wir da immer durch, ohne dass wir konkrete Anhaltspunkte genannt kriegen, woran das liegt.“

Am Mangel von Instrumenten läge diese Ausgrenzung Sahrs Meinung nach jedoch nicht. „Das haben wir in der Vergangenheit hin und wieder gemacht, weil wir eben dachten, vielleicht ist es das, vielleicht würde uns das mehr in die gewünschte Richtung kicken, aber es hat keinen Effekt in diese Richtung gegeben.“ Darum kehrten sie auf ihren letzten beiden Alben – darunter auch ihrer neuen Platte ‚Klassenfahrt‘ – zu ihren Wurzeln zurück und nahmen alles komplett A-capella auf. „Ich denke aber, dass wir gerade auch mit dem neuen Album den Beweis angetreten haben, dass man auch vollkommen ohne Instrumente gute Popmusik machen kann, die absolut formattauglich ist, auch wenn das noch nicht alle so sehen“, so Sahr zuversichtlich.



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