Musik - 21.05.10 -

Grunge-Ikonen

The Stone Temple Pilots fliegen wieder

Comebacks von großen Bands sind nicht selten Bruchlandungen. Wie gut, dass die Stone Tempel Pilots ihre Flugfähigkeiten schon im Namen tragen.

So segeln sie mit ihrem neuen, dem ersten Album seit 9 Jahren, sicher durch die Lüfte und melden sich zurück unter den wenigen Verbliebenen der Grunge-Ära. Willkommen also neben den alten Seattle-Recken Pearl Jam und den Foo Fighters. Auf dem unbetitelten Werk krempeln die Jungs gleich die Ärmel hoch und ballern einem mit “Between The Lines” direkt einen strammen Rocker um die Ohren, der das gute alte Grunge-Feeling in sich hat.

“Take A Lead Off” und “Huckleberry Crumble” knallen nicht weniger straff durch die Gehörgänge. Immer schön geradeaus auf dem Weg zu alten Stärken. Herrlich die etwas arrogante Gesangsattitüde von Scott Weiland auf “Hickory Dichotomy, die klingt als würde er Mick Jagger mit einem David Bowie Unterton karikieren. Als gitarrensatte Hymne mit Key-Grooves macht “Dare If You Dare” weiter Punkte auf meiner Comeback Strichlichste. Sieht gut aus, nach den ersten fünf Songs für die Haudegen aus San Diego.

Seine Zeit bei Velvet Revolver merkt man Weiland auf “Cinnamon” an, das ist mehr Indierock als Grunge, aber melodisch sehr eingängig und wirkt sehr lässig und souverän. Überhaupt trauen sich die Stone Temple Pilots auf diesem Album auch mal ein paar Flirts, wie auch auf “First Kiss On Mars”, das etwas poppiger mit etwas Thin White Duke Feeling daherkommt. Interessant.

Die Ballade “Maver” beschließt ebenfalls mit einem Mainstream-Augenzwinkern den Songreigen, der keine Schwächen aufweist. Mit dem sehr grungigen knüppeltrockenen “Hazy Daze”, dem schwerblütigen “Bagman” mit fettem Chorus-Background und Boller-Bass, dem stolzen “Peacoat” und dem seinem Titel alle Ehre machenden “Fast As I Can” hauen die Piloten noch einige richtig fette Rocker dazwischen. Da frohlocken die Gitarren und die Rhythmen treiben die Songs aufs obere Energielevel.

Bleibt noch die Frage, wie es überhaupt zu diesem erfreulichen, aber doch überraschenden Comeback kam. Die Antworten gibt es hier im Interview.

Interview mit den STONE TEMPLE PILOTS


via kroq.com

Über diese vertrauten Klänge wird der gute alte Kurt sich im Nirvana sicher freuen.



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