Musik - 11.05.10 -

Mehr Rotwein, bitte

The National mit neuem Album – “High Violet”

High Violet heißt das neue Werk von The National, die zuletzt mit Boxer von sich hören ließen. Und obwohl man nach einem so unglaublichen Song wie „Fake Empire“ vom letzten Album als Band eigentlich fast nur noch die Jacke an den Haken hängen kann, ist es The National irgendwie gelungen auch mit High Violet ein Sammelsurium an musikalischen Lieblichkeiten zu fabrizieren.

Anders kann man es nicht bezeichnen, wenn hintereinander weg „Afraid Of Everyone“, „Bloodbuzz Ohio“, „Lemonworld“ und „Runaway“ einen erstarren lassen und die Frage aufwerfen, welcher Song davon denn nun am stärksten die Nackenhaare hochstehen lässt. Vielleicht Letzterer, der so furchtbar am Herzen zerrt, dass man einen sofortigen Aufbruch in den nächsten Spirituosenladen als einzige Lösung in Betracht zieht: „What do you think makes enjoy beeing let to the flood? We`ve got another thing comin` undone and it`s takin` us over“.

Natürlich klingen The National auch auf ihrem fünften Langspieler High Violet wie The National wie The National. Aber ganz ehrlich: manchen Bands kann man dezentere Experimentierfreude durchaus verzeihen.

Denn was sie auch mit diesem Album liefern und was Fans der Band stets so verzückt sind ganz eindeutig der Bariton von Matt Berninger – immer an der Gänsehaut-Grenze kratzend; Geschichten aus den Untiefen menschlicher Beziehungen und Verstrickungen, gepaart mit traurigen Bassläufen, eindringlicher Bläser- und Geigeruntermalung, fliehende Gitarren, das dumpfe Schlagzeug, kurz: Rotwein-Musik.

Und obwohl man sich mit Prognosen über das beste Album 2010 zu diesem Zeitpunkt ja eigentlich noch zurück halten sollte, würden wir uns stark wundern, wenn es High Violet nicht mindestens unter die Top 10 schaffen sollte.

Wie heißt es im Opener „Terrible Love“? „It takes an ocean not to break“ - das und das neue Album von The National.

Auf der Internet-Seite des National Public Radio könnt ihr euch noch bis heute Abend das Album in kompletter Länge anhören >>>

Vivien Mierzkalla

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