Musik - 28.04.10 -

Live gesehen

Why? im UT Connewitz in Leipzig

Wer letztes Jahr die Möglichkeit hatte sie live zu sehen, machte sich damals bereits glücklich auf den Heimweg vom Why? Konzert.

Hin und weg von so schön verquerer Popmusik mit sarkastisch-schlauen bis düster-witzigen, halb gesprochen, halb gesungenen Texten von Mastermind Yoni Wolf.

Begleitet von seinem Bruder Josiah Wolf, Doug McDiarmid und zwei Gastmusikern, spielen die fünf Amerikaner damals mitten in der Woche in Leipzig. Das da zum Wochenende tatäschlich noch viel, viel mehr herauszuholen ist, wird erst beim Konzert letzten Samstag im gleichen Club, im UT Connewitz, klar.

“It`s Saturday night, baby,” gröhlt Wolf plötzlich und verfällt wieder in, beim Auftritt das Jahr zuvor nie gesehene, Tanzmoves, die bei der nächsten passenden Gelegenheit nachgemacht werden wollen.

Why? und an diesem Abend vor allem der ausdruckstänzelnde Yoni Wolf verkörpern nur so den “nerdy white American Highschool guy”, dessen Leben sie genauso oft besingen: “if you grew up with white boys who only look at black and puerto rican porno, cause they want something that their dad don’t got, then you know where you’re at“.

Gespielt werden Songs bunt durch ihr Albumrepertoire von Oaklandazulasylum bis zum aktuell neuesten Eskimo Snow, welches letztes Jahr im September erschien. „These Few Presidents“, „Rubber Traits“ oder „January Twenty Something“ dürfen und sollen daher nicht fehlen, genau wie ein spontan improviertes Lied für und über Leipzig, bei dem das Publikum zum wiederholten Male an diesem Abend in prustendes Gelächter ausbricht.

Trotzdem sind Why? keine Spaß-Band. Sie schauen vielmehr mit Wortspiel und -Witz auf Alltagssituationen und Obskuritäten und decken so belustigende, widrige und manchmal unbewusste Zu- und Umstände des Lebens auf.

Der Samstag im UT Connewitz in Leipzig zeigt, dass Why? sowohl live als auch auf Platte ganz wunderbar sind. Und wenn dann auch noch Wochenende ist, können auch liebenswürdige Slacker in Partystimmung verfallen.

Hier haben wir jetzt noch ein paar Bilder vom Abend für euch:

Vivien Mierzkalla



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