Beste Country-Rock-Kreise
Sadies ziehen „Darker Circles“
Die kanadische Alternative Country-Rockband Sadies ist Kennern der Szene sicher als frühere Live-Begleitband der Songwriterin Neko Case bekannt. Nur wenige wissen, dass die vier Männer aus Toronto bereits 10 eigene Alben aufgenommen haben, auf denen sie sich zunehmend entwickelt haben. Mit „New Seasons” belegten sie vor drei Jahren ihre Songwriting-Qualitäten, die sie jetzt auf dem im Mai erscheinenden Werk „Darker Circles” noch eindrucksvoller bestätigen.
Auf dem neuen Album machen die Gitarren-Brüder Dallas and Travis Good, Bassist Sean Dean und Drummer Mike Belitsky dem gewählten Albumtitel alle Ehre, fügen dem swingenden Country-Feeling ihrer Songs etwas mehr dunkle Farben hinzu und haben – so scheint es – jetzt ganz einen eigenen Ton gefunden, mit dem sie ihren Mix aus Country, Folk, Psychedelic, Rock, Surf und Western veredeln.
Die dunklen Kreise, die die Sadies ziehen, drehen sich sogleich ins Ohr mit dem eingängigen Cowboy-Mitwipper „Another Year Again” und dem schleppenden, prärieweiten „Cut Corners.”„Another Day Again” treibt wilde Pferde durch die Landschaft, in deren Panorama dann ein einsamer Reiter auftaucht: „Tell Her What I Said” ist eine traurige Lonesome Wolf-Liebsballade – männliches Selbstmitleid in fünf schöne, mitfühlende Minuten gepackt.
„The Quiet One” trabt ebenfalls in gezügeltem Tempo vorbei, bevor die Sadies mit „Postcards” wieder locker-flockige Grüße schreiben. In den Reigen wohlfeiler Melodien fügt sich „Whispering Circles” nahtlos ein und nimmt das zugleich beschwingte und bedächtige „Idle Tomorrows” mit auf die Reise durch die insgesamt 11 Songs.
Ganz wunderbar der kurze Banjo-und-Fiddle-Ausflug „Choosing To Fly”, dem sich das twangende Storytelling von „Violet And Jeffrey Lee” anschließt. Den würdigen Schlusspunkt unter dieses runde Album setzt die kraftvolle, schwere Ballade „Ten More Songs,” mit dem die Sadies ihre „Darker Circles” tatsächlich konsequent schließen.
Ein Album aus einem Guss, dem ich gerne noch länger als die knappen 36 Minuten Spielzeit zugehört hätte. Es erscheint am 21. Mai im Vertrieb von Yep Roc (Cargo Records).
Seelenverwandtschaften: Tom Petty, Brandos, Jayhawks, Murder By Death, Silver Jews
www.thesadies.net
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