Musik - 21.04.10 -

Album-Review

You really should be my best friend, Kate Nash!

„You`ll never listen to me,“ schon komisch, dass das neue Album von Kate Nash so beginnt. Dabei befinden sich auf My Best Friend Is You 13 1/2 ganz wunderbare Pop-Songs, fast schon Kurzgeschichten, die immer und immer wieder gehört werden müssen.

Da ist der fluffige Shooby-doo-60`s-Schwoof-Song „Kiss That Grrrl“, bei dem wir erfahren was passiert, wenn er ein anderes Mädchen küsst. Oder das leicht spooky wirkende „I Just Love You More“, das mit einer Zeile auskommt und bei dem Kate Nash, für sie recht ungewöhnliche, E-Gitarren-Unterstützung bekommt.

Freundschaft, Enttäuschung, Liebe, Schmerz, Unsicherheiten – der Album-Titel verrät es und jede Songfaser beinhaltet sie: Herzensangelegenheiten eben.

Das Ganze daher klischeebeladen als „Mädchenmusik“ zu bezeichnen wäre aber zu kurz gedacht. Auf My Best Friend Is You werden Rachegedanken mit zuckersüßen Handclaps kombiniert, Kraftausdrücke mit Liebeserklärungen verbunden, Trotzgedanken mit Jubelschreien dargeboten, Storys instrumentell mit Streichern aufgebauscht oder auch komplett reduziert präsentiert, ja entblößt.

Und wie Kate Nash erzählt: sie zerrt und zieht die Worte und Silben, zerhackt, säuselt, schreit, haucht, reiht schnell, schneller aneinander, stolpert dabei fast, hebt wieder auf, lässt sich keinen Atem, atmet durch.

Die dazugehörigen Songs heißen in ungeordneter Reihenfolge „Do-Wah-Doo“, „Kiss That Grrrl“, „Take Me To A Higher Plane“, „Don`t You Want To Share The Guilt“ oder zum Beispiel „Mansion Song“ mit dem zu Beginn verqueren, dann mitreißenden Beat-Gedicht-ähnlichen Anfang.

Am ehesten klingt Kate Nash nach ihrem „Foundations“-Überhit vom ersten Album Made Of Bricks bei „Early Christmas Present“ – und das wirkt im Vergleich zu den anderen Songs beinahe lau, so wagemütig zeigt sie sich bei „Pickpocket“ oder dem unbeschreiblich großartigen „Later On“.

Das schwierige, zweite Album durchtänzelt Kate Nash als könnte sie gar nicht anders. Dass man ihr die vergangene Zeit und ihre musikalischen Einflüsse bei jedem Ton anhört, macht My Best Friend Is You nur noch besser.

Kate Nash mag die Los Campesinos gehört haben, Kate Nash mag ganz offensichtlich Kimya Dawson gehört haben, Kate Nash mag die 50`s und 60`s Platten vom Flohmarkt oder von ihren Eltern gehört haben – ich mag Kate Nash hören.

Nicht vergessen: “I Just Love You More” gibt es im Tausch gegen eure Mail-Adresse als freie MP3>>>

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Vivien Mierzkalla



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