Farewell
Punk’s not dead – Malcolm McLaren is
Der frühere Manager der Sex Pistols und Punk Entrepreneur Malcolm McLaren starb gestern im Alter von 64 Jahren an den Folgen eines schweren Krebsleidens.
McLaren, der britische Künstler, Designer, Musiker, Modemacher und Manager war Zeit seines Lebens ein Anarchist im positivsten Sinne des Wortes. Schon in jungen Jahren betrieb er gemeinsam mit Ausnahmetalent und Modeschöpferin Vivien Westwood eine Boutique LET IT ROCK, die er später schlicht schocking in SEX umbenannte. Mit Westwood verband ihn eine Liebes- und Arbeitsbeziehung aus der der gemeinsamer Sohn Joseph Ferdinand Corre (selbst Modemacher und Mitbegründer des Wäschelabels Agent Provocateur) hervorging.
Etwa zur gleichen Zeit – Mitte der 70er – nahm er die Sex Pistols unter Vertrag. Seine Managementqualitäten, die vor allem in gezielter Provokation von „Krone und Vaterland” bestanden, machte Punk und die Pistols über Nacht berühmt-berüchtigt. Für McLaren war dieses Erlebnis so etwas wie Initialzündung für alle späteren Projekte.
In einem Interview aus dem Jahr 2008 mit dem amerikanischen Fernsehsender ABC formuliert er es so: „Was Punk Rock so phantastisch machte, war die Möglichkeit etwas zu verkaufen, das absolut schrecklich war. … Wir machten Ekelhaftigkeit schön.”
Malcolm McLaren hat sich während seiner wechselvollen Laufbahn zahlreiche Bewunder erworben, aber vermutlich auch ebensoviele Feinde gemacht. So oft er als Genie gepriesen wurde, bezichtigten ihn viele, die ihn näher kannten als Scharlatan und Plagiator. John Lydon – besser bekannt unter seinem Sex Pistols Pseudonym Johnny Rotten sagte einst über ihn er sei “der böseste Mensch auf Erden”. Mit dem Tod von Malcom McLaren ist aber auch diese alte Wunde geschlossen. Lydon heute gegenüber Billboard: „Für mich war Malc immer unterhaltsam, und ich hoffe, dass man sich so an ihn erinnert. Vor allem anderen war er ein Unterhalter und ich werde ihn vermissen, und das solltet ihr auch.”
Auch Vivien Westwood trauert um ihren ehemaligen Mann: „Als wir jung waren verliebte ich mich in Malcolm. Ich dachte, er war großartig und das denke ich immer noch. Ich hielt ihn immer für einen sehr charismatischen und außergewöhnlich begabten Mann. An ihn als tot zu denken ist wirklich schrecklich traurig. ”
Alle, die ihn kannten schätzten seine witzige Seite, wie Sylvain Sylvain von den New York Dolls, die McLaren kurzzeitig managte: “Er hatte einen großartigen Sinn für Humor. Er hatte immer ein Lächeln auf den Lippen und konnte Dich aufbauen, wenn Du down warst.” Keine ganz schlechte Eigenschaft für einen unbequemen Querdenker und Querkopf wie Malcolm McLaren.
Auch in seinen späten Jahren war McLaren ein Vordenker. Schon in den 90er Jahren sah er die MP3-Kultur und mit ihr die Krise der Musikindustrie kommen, zu einer Zeit, als die meisten Branchenkenner das für völlig undenkbar und verrückt hielten. Er sollte auch mit dieser Einschätzung recht behalten.
Mit Malcolm McLaren ist ein ungewöhnlicher Mann, Musiker und Marktmagier von uns gegangen, denn Malcolm McLaren hat etwas geschafft, was nur die wenigsten von sich sagen können: er hat mit seinen Ideen und seiner Energie die Welt ein bisschen aus den Angeln gehoben. Farewell Malcolm!
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Der Countdown geht weiter... #4
Ganz wundervolle Folk-Perle

















