Bratze
Das Fiasko beim Versuch ein Mensch zu sein
Hartz V Debatte, Kopfpauschale, Internetsprerren: Es ist was faul im Staate … Deutschland. Und das bedarf dringend einer KORREKTUR VON UNTEN.
Und da sind wir auch schon beim Hauptkritikpunkt am neuen Album von BRATZE. Ihr Album heißt leider „KORREKTUR NACH UNTEN & die Notwendigkeit einer Übersetzung” und schrappt ziemlich nah an finaler Verweigerung entlang.
Bratze verkünden: Wir haben “Kein Bock auf den Beginn. Ich geh’ da nicht mehr hin. Das ist keine Bewegung, wir passen da nicht rein, nur weil es dumm aussieht muss es das nicht sein”
Auf dem Nachfolger von KRAFT liefern Bratze ein Stück Selbstverständnis, irgendwo zwischen „total egal” und „noch ein Wort und es brennen die Häuser” „Niemand soll sagen der Tank kann nicht knallen. Die Stadt gehört allen.”
Musikalisch ist das Album kraftvoll, tanzbar – es bratzt eben! Der Elektro-Punk-Drive steht einem „Tanz den Mussolini” von DAF in nichts nach. Treibend, Dance-Floor-fordernd und elektrisierend. Von dem angekündigten Heavy-Metal ist allerdings so gut wie nichts geblieben. Schadet dem Album aber nicht.
Die Platte bewegt sich textlich irgendwo irrlichternd zwischen Leichtsinn und Eigensinn im Bratze eigenen Universum von Höhepunkt zu Tiefsinn – so sprunghaft, das muss man erst mal verkraften. Am besten tanzt man sich einfach durch die zehn Tracks und schmettert mit: “Die Lage stabil, nichts außer Sorgen, die Schweine von heute sind nur die Schinken von morgen”

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