Musik - 04.04.10 - Tom

Strike!

Power hoch Drei: The Picturebooks

Zu Gütersloh fällt einem wahrlich nicht viel ein außer Bertelsmann und Miele, wo beide Unternehmen ihren Stammsitz haben. Das könnte sich demnächst ändern und künftig als erstes den Bandnamen The Picturebooks als spontane Reaktion abrufen. Denn die Gütersloher Rocker haben mit ihrem zweiten, gerade erschienenen Album „Artifical Tears” alle Argumente auf ihrer Seite, demnächst als Aushängeschild der westfälischen Stadt zu gelten.

Das Ganze klingt dann auch so gar nicht nach Gütersloher Hinterhof, sondern eher nach Garage in Seattle und ist vom Start weg über 11 ebenso spannende wie kurzweilige Songs lang eine höchst erfreuliche, weil lebendige und sehr inspirierte Rockplatte. Es beginnt furios mit „I Put A Spell On You”, das hat aber gar nichts mit dem beliebten, oft gecoverten Klassiker zu tun, sondern legt gleich die eigene Messlatte des Trios ganz hoch mit einem ambitionierten Rocksong der feinen Gitarrenart. Und es endet mit dem nicht weniger packenden „The Phone Won`t Ring For You Tonight” zum Albumausstieg.

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Überhaupt überzeugen The Picturebooks auf ihrem Nachfolger zum bereits mit sehr viel Wohlwollen und Anerkennung aufgenommenen „List Of People To Kill” durch ihre straffen, treibenden, manchmal spacig anmutenden Gitarrensounds und das kompakte Zusammenspiel. Das alles klingt sehr reif und souverän, gar nicht nach Newcomer. Sehr eigenständig ist das auch, ohne allzu große offensichtliche Anleihen oder Anbiederungen. Einzig eine große Vorliebe für die Musik der White Stripes würde ich jetzt mal blind vermuten, nicht nur des verdächtig roten Covers wegen.

Es kribbelt spürbar in der Musik der Picturebooks und man merkt, dass das Dreigestirn Fynn Grabke (Gesang/Gitarre), Tim Bohlmann (Bass) und Phillip Mirtschink (Schlagzeug) reichlich Pfeffer im Hintern und viel Spaß an der Freude ihres Tuns hat. Das drängelt und quengelt wie man es von gutem, beherzten Rock and Roll erwartet und erhofft und zeichnet sich durch gekonntes Songwriting und sauber kanalisierte Energie aus. Fiebrig vibrierend und mit tanzbaren Grooves durchsetzt, zeugt dieser Alternative Rock von großem Potenzial, das auch für die nächsten Veröffentlichungen viel verspricht.

Besonders beeindruckt mich vor allem, wie die Jungs es schaffen, über die gesamte Albumlänge die Spannung hochzuhalten und mich mit dem durchaus verwöhnten Ohr festzuhalten. Keine Frage, diese Band und ihr neues Album haben das gewisse Etwas, das die Ungewöhnlichen von den Gewöhnlichen unterscheidet. Hier ein erster Beweis mit dem Video zum herrlich lasziven Love-Song “I´m Drawing Hearts On Your Jeans”:


Eine erstklassige Rockscheibe ohne jede Schwachstelle. 1A – Prädikat: Besonders empfehlenswert!

The Picturebooks sind im April auf Tour und stehen zoolamar vor ihrem Gig am 21.04 im Kölner Underground dann auch für ein Interview zur Verfügung.

http://thepicturebooks.com/

www.myspace.com/picturebooksthe

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